Allgemein

Drei Könige trotzen dem Corona-Virus

02.01.2021 • 19:17 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Draußen vor der Türe: Ins Haus dürfen die Kinder nicht. <span class="copyright">Katholische Jungschar</span>
Draußen vor der Türe: Ins Haus dürfen die Kinder nicht. Katholische Jungschar

Sternsingeraktion wird auch heuer wider aller Erwartungen stattfinden.

Viel Hoffnung, aber auch Ängste sind mit dem neuen Jahr 2021 verbunden. Wider Erwarten kann mitten im dritten Lockdown die Dreikönigsaktion über die Bühnen gehen. Nach Absprache mit dem Gesundheitsressort soll die Sammelaktion auch in Corona-Zeiten stattfinden, hieß es beim Hilfswerk der katholischen Jungschar. Es handle sich beim Sternsingen um eine „unaufschiebbare berufliche Tätigkeit“, die ehrenamtliche Tätigkeiten einschließt. Gesungen werden darf nicht, schon gar nicht im Wohnzimmer. Außerdem gilt: Mundschutz tragen.

Sicherheit

Susanne Schaudy von der Jungen Kirche Vorarlberg ist für die Koordination der Sternsinger-Aktion im Jänner 2021 zuständig. „Seit den ersten Sicherheitskonzepten, die wir schon im Oktober erarbeitet haben, hat sich nicht viel geändert. Wir von der Drei-Königsaktion wollen nach wie vor, dass alles unter sicheren Umständen über die Bühne gehen kann. Wir haben extra ein Hygienekonzept dafür entwickelt.“ Generell wäre das Singen erlaubt. Natürlich im Freien und mit gegebenem Abstand. „Aber wir raten davon massiv ab. Das kommunizieren wir auch den Pfarrgemeinden so.“ Allen Pfarren wird nahegelegt, sich an die Richtlinien zu halten. Die Gesundheit aller Beteiligten steht dabei natürlich an oberster Stelle. Generell sind es die üblichen Grundregeln, wie Masken, Handhygiene und Abstände einhalten. „Aber es kommen auch noch ein paar Sachen dazu. Wir werden heuer nicht in die Häuser gehen, sondern draußen vor der Türe bleiben. Die Heiligen Drei Könige werden sich eher auf Segenssprüche und Wünsche konzentrieren“, betont Schaudy.

Im Bild sind die Sternsinger von Gaschurn.<span class="copyright"> Daniel Ongaretto- Furxer</span>
Im Bild sind die Sternsinger von Gaschurn. Daniel Ongaretto- Furxer

Alternativen

Es gibt auch Pfarren, die Alternativen anbieten. „Einige werden ihre eigenen Sternsinger filmen und das dann online stellen, oder sie tragen nur Post aus mit dem Segen und einer Grußbotschaft. Manche verteilen auch Säckchen mit Kreide und Weihrauch. Das ist ganz unterschiedlich und obliegt den einzelnen Pfarrgemeinden“, ergänzt Schaudy.
Die Erfahrungen, die man mit dem Nikolaus gemacht hat, werden die Verantwortlichen miteinfließen lassen. Die Rückmeldungen der Pfarren hinsichtlich der Anzahl und Bereitwilligkeit der jungen Akteure sind unterschiedlich. „Die einzelnen Pfarren spüren trotz aller Widrigkeiten, die es derzeit zu überwinden gilt, dass die Kinder Sternsingen gehen wollen. Es gibt in manchen Pfarren einen Überschuss. In anderen durchaus auch einen Mangel. Aber das muss nicht unbedingt mit der Corona-Situation in Verbindung stehen.“ Wobei natürlich schon Angst und Unsicherheit spürbar sei.

Segen

Angst wird sicher auch bei den Menschen, die es zu besuchen gilt, spürbar sein. „Wir hoffen natürlich schon, dass die Menschen ihre Türen oder Fenster öffnen. Aber da wird es durchaus auch welche geben, die lieber nicht aufmachen. Wir werden auf jeden Fall vorsichtig sein. Und es wird sicher auch Menschen geben, die froh sein werden.“ Denn bei all den schlechten Nachrichten ist es durchaus auch ein Zeichen von Normalität, dass die Sternsinger trotz aller Schwierigkeiten kommen. „Und sie bringen auch den Segen und gute Wünsche fürs neue Jahr. Und das können wir, glaub’ ich, alle gut brauchen.“ Auch Betreuungspersonen gibt es dieses Jahr genug. Vielerorts haben sich Eltern spontan dazu bereit erklärt, einzuspringen.

„Da wir von der katholischen Jungschar sehr auf die Kinder bedacht sind, würden wir die Bevölkerung darum bitten, die Türe nur dann aufzumachen, wenn sie die Sternsinger heuer auch wirklich empfangen wollen.“

Susanne Schaudy, Junge Kirche Vorarlberg

Masken an der Tür

Sobald sie vor der Türe stehen, haben die Sternsinger die Masken auf. Wenn sie von Haus zu Haus gehen, dürfen die kleinen Könige die Masken abnehmen. Aber mit Vorsicht und Abstand. Getestet werden die Kinder nicht.
„Da wir von der katholischen Jungschar sehr auf die Kinder bedacht sind, würden wir die Bevölkerung darum bitten, die Türe nur dann aufzumachen, wenn sie die Sternsinger heuer auch wirklich empfangen wollen. Das ist uns viel lieber, als dass sie dann den Kindern mit Unmut begegnen. Das wäre sehr kontraproduktiv.“

Auch in Gaschurn ist Abstandhalten angesagt. <span class="copyright">Daniel Ongaretto- Furxer</span>
Auch in Gaschurn ist Abstandhalten angesagt. Daniel Ongaretto- Furxer

Hoffnungsvoll

Schaudy ist guter Dinge und hofft auf das Verständnis der Bevölkerung. Im vergangenen Jahr haben an die 4000 Kinder in Vorarlberg an der Drei-Königsaktion teilgenommen. Zusätzlich waren auch noch 1400 Begleitpersonen im Einsatz. 2020 gab es ein Rekord­ergebnis von insgesamt 971.885 Euro (+2,88 Prozent zu 2019). Österreichweit waren es 18,4 Millionen Euro (+4,7 Prozent). „Wir hoffen und glauben, dass die Menschen trotz der schwierigen Situation großzügig sein werden. Wir rechnen aber schon mit einem Spendenrückgang. Aber wir sind um jeden Cent froh, den wir bekommen.“