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Haft nach Einbruch mit Auto als Rammbock

06.01.2021 • 12:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Klaus Hartinger

Für zwei Polen gab es am Landesgericht Feldkirch je 18 Monate Haft.

Mit der sogenannten Rammbockmethode gingen die beiden Einbrecher vor. Die Polen verwendeten ein geklautes Auto als Rammbock. Mit dem Heck voran fuhren die Täter am 20. Mai 2019 gegen 3.30 Uhr in der Feldkircher Innenstadt gegen die Glasfassade eines Fotofachgeschäfts. So verschafften sich die Kriminaltouristen Zugang zu dem Geschäftslokal, in dem sie nach den gerichtlichen Feststellungen Fotokameras, Zubehör und 300 Euro Bargeld stahlen. Der Gesamtwert der Beute betrug 92.000 Euro.

Urteil nicht rechtskräftig

Dafür wurden die beiden geständigen und unbescholtenen Untersuchungshäftlinge am Dienstag am Landesgericht Feldkirch jeweils zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richterin Sabrina Tagwercher, das die 33 und 40 Jahre alten Angeklagten annahmen, ist nicht rechtskräftig, weil Staatsanwältin Julia Berchtold drei Tage Bedenkzeit in Anspruch nahm. Der Strafrahmen belief sich auf sechs Monate bis fünf Jahre Haft.

Gläserne Eingangstüre zerstört

Der Schuldspruch erfolgte wegen gewerbsmäßig schweren Einbruchsdiebstahls, unbefugten Gebrauchs von Fahrzeugen und Sachbeschädigung. Die zwei Polen versuchten vergeblich, sechs Autos als Tatwerkzeug zu entwenden. Beim siebten Versuch waren sie erfolgreich: Mit einem in Frastanz gestohlenen Pkw zerstörten sie die gläserne Eingangstür des Fotogeschäfts.

In Krakau festgenommen

Ihre DNA-Spuren im nach dem Einbruch in Feldkirch abgestellten Rammbock-Auto und auf anderen Gegenständen verrieten die Täter. In Krakau in Polen wurden die gesuchten Tatverdächtigen im Sommer 2020 festgenommen und danach nach Österreich ausgeliefert.

Für 2500 Euro verkauft

Die Beschuldigten waren schon vor der Polizei geständig. Demnach haben sie in Polen im Internet ein geeignetes Fotofachgeschäft in Österreich gesucht. Sie fuhren mit dem Pkw des arbeitslosen 33-Jährigen nach Vorarlberg. Am Steuer des gestohlenen Rammbockfahrzeugs saß dann der 40-jährige Koch. Ihre Beute wollen die beiden Polen in ihrer Heimat um 2500 Euro verkauft haben. Diese Summe müssen sie als Verfallsbetrag für ihre kriminelle Bereicherung der Republik Österreich bezahlen.

Weitere Verdachtsfälle

Die Polen werden zudem verdächtigt, auch in Deutschland Einbrüche in Fotogeschäfte verübt zu haben. Der 33-jährige Erstangeklagte sagte am Dienstag vor Gericht, er habe in der Schweiz zwei Einbrüche in Fotogeschäfte verübt, allerdings nicht mit der Rammbockmethode, sondern mit einem Hammer als Einbruchswerkzeug.

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