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Fehlendes Bewusstsein für Klimaschutz

08.01.2021 • 11:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Trotz Pandemie gab es immer wieder Aktionen von "Fridays for Future". <span class="copyright">vol.at</span>
Trotz Pandemie gab es immer wieder Aktionen von "Fridays for Future". vol.at

Johannes Hartmann von „Fridays for Future“ fordert mehr Entschlossenheit.

Etwas mehr als fünf Jahre ist es her, dass im Dezember 2015 das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet worden ist. Seither hat sich das Thema des Klimaschutzes zu einer immer bedeutenderen Frage entwickelt. Jugendliche auf der ganzen Welt setzen sich im Rahmen der „Fridays for Future“-Bewegung für den Kampf gegen die globale Erwärmung ein. Auch in Vorarlberg sind die jungen Menschen diesbezüglich aktiv. Das vergangene Jahr im Zeichen der Corona-Pandemie sei durchaus schwierig gewesen, meint Johannes Hartmann von „Fridays for Future“: „Wir hatten einige große Pläne, die ins Wasser gefallen sind, und mussten uns dann neu orientieren.“ Dies ist aus seiner Sicht allerdings gut gelungen.

“Klimaländle”-Kampagne

So wurden etwa Kundgebungen im kleineren Rahmen organisiert. Im Umfeld der Gemeindewahlen wurde zudem ebenfalls für den Klimaschutz geworben. Beispielsweise wurde die Kampagne „Klimaländle“ gestartet. Mit dieser sollen die Kommunen auf den richtigen Kurs gebracht werden, um die Erderwärmung auf unter 1,5 Grad Celsius zu beschränken.

Johannes Hartmann von "Fridays for Future" Vorarlberg. <span class="copyright">Paulitsch</span>
Johannes Hartmann von "Fridays for Future" Vorarlberg. Paulitsch

Herausfordernd ist für Hartmann dabei allerdings, dass vielfach noch das Bewusstsein dafür fehlt, dass im Kampf gegen den Klimawandel weitreichende Maßnahmen notwendig wären. Es fehle das große Umdenken. So sei es zwar zu begrüßen, dass sich etwa das Land den Ausbau der Fotovoltaik zum Ziel gesetzt habe. Dazu passe aber nicht, dass im Gegenzug große Straßenbauprojekte wie etwa die Bodensee-Schnellstraße S 18 oder der Feldkircher Stadttunnel weiter verfolgt würden. „Klimaschutz muss in jedem Bereich mitgedacht werden“, betont der Aktivist.

Oftmals fehlen Mehrheiten

Mehrheiten fehlen. Gerade bei den Gesprächen mit den Politikern im Umfeld der Gemeindewahl habe sich gezeigt, dass es in vielen Kommunen „einzelne motivierte Politikerinnen und Politiker“ gebe, die bereit seien, sich für den Klimaschutz einzusetzen. Allerdings hätten diese es dann vielfach schwer, die notwendigen Mehrheiten für die Umsetzung von Maßnahmen zu finden. Es fehle oft am Bewusstsein dafür, dass dringend gehandelt werden müsse.

Krisen miteinander verbinden

Hartmann ist auch traurig darüber, dass das Problem der Erderwärmung im vergangenen Jahr durch die Pandemie „zu sehr in den Hintergrund“ gedrängt worden ist. Vielmehr wäre es nach Meinung von Hartmann sinnvoller gewesen, die beiden Herausforderungen in Verbindung zu betrachten. So hätte man beispielsweise die geplanten Investitionen zur Ankurbelung der Wirtschaft nutzen können, um damit Maßnahmen zur Erreichung des 1,5-Grad-Ziels zu verknüpfen. Dies sei zwar teilweise geschehen, aber „in vielen Bereichen nicht“. Er nennt die millionenschwere Unterstützung seitens des Bundes für die österreichische Fluglinie AUA als Beispiel. Es könne nicht sein, dass derartige Hilfen ohne Bedingungen gewährt würden.

Das Ankurbeln der Wirtschaft hätte stärker mit Maßnahmen zum Klimaschutz verknüpft werden sollen, glaubt Hartmann. <span class="copyright">Hartinger</span>
Das Ankurbeln der Wirtschaft hätte stärker mit Maßnahmen zum Klimaschutz verknüpft werden sollen, glaubt Hartmann. Hartinger

Welche Aktivitäten bei „Fridays for Future“ für heuer ge­plant sind, steht noch nicht fest. Dies werde auch davon abhängen, wie sich die Lage im Zusammenhang mit der Pandemie entwickle. Allerdings habe man vor auch dieses Jahr Streiks zu organisieren. Welche Themenschwerpunkte es geben wird, werde österreichweit abgestimmt werden. Was Vorarlberg betrifft, wollen die Aktivisten weiterhin das Gespräch mit der Politik suchen. Immerhin seien die Forderungen der Bewegung von fünf Gemeindewahl-Kandidaten unterstützt worden, die nunmehr Bürgermeister sind. Ein erstes Gespräch hat es diesbezüglich schon vor Weihnachten mit den Stadtverantwortlichen in Bregenz gegeben.