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Anklage: 147 Kilo Gras verkauft

11.01.2021 • 19:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Drogenprozesse am Landesgericht Feldkirch.<span class="copyright"> Klaus Hartinger</span>
Drogenprozesse am Landesgericht Feldkirch. Klaus Hartinger

Bandenchefs sollen in gemieteten Häusern Marihuana erzeugt haben.

In großem Stil und professionell hat, wie berichtet, eine Bande nach Darstellung der Staatsanwaltschaft Feldkirch in Vorarlberg zwischen Juni 2018 und Juni 2020 Cannabis angebaut. Als mutmaßliche Bandenchefs wurden zwei gebürtige Feldkircher im Alter von 34 und 31 Jahren angeklagt. Ihnen wird in der Anklageschrift vorgeworfen, sie hätten in Kellern von eigens dafür gemieteten drei Häusern in Dornbirn, Lustenau und Nüziders mit Indoorplantagen von 700 bis 1000 Stecklingen insgesamt 152 Kilogramm Marihuana erzeugt und davon 147 Kilo verkauft. Angeklagt wurden die unbescholtenen Männer wegen Suchtgifthandels mit einem Strafrahmen von 1 bis 15 Jahren Gefängnis. Für die Männer gilt die Unschuldsvermutung. Die beiden Untersuchungshäftlinge haben bislang zu den gegen sie erhobenen Vorwürfen geschwiegen. Die Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch wird voraussichtlich im Februar stattfinden.

Mehrere Prozesse

Der erste von mehreren Strafprozessen gegen die mutmaßliche Drogenbande findet morgen am Landesgericht Feldkirch statt. Dabei muss sich die 29-jährige Mieterin des Dornbirner Hauses in einem Schöffenprozess für die laut Anklage im Hauskeller zwischen September 2019 und Juni 2020 erfolgte Erzeugung von 45 Kilogramm Marihuana verantworten.

Am 3. Februar wird am Landesgericht wegen des Anbaus von 16 Kilogramm Marihuana im März 2020 in ihrem gemieteten Haus in Nüziders gegen eine 29-jährige und gegen eine 28-jährige Angeklagte verhandelt. Ein 44-jähriger Deutscher wurde angeklagt, weil er beim Ernten von 73 Kilo Marihuana beteiligt gewesen sein soll.

558.600 Euro erwirtschaftet

Die Mietkosten der drei Häuser sollen die beiden mutmaßlichen Bandenbosse übernommen und dafür 104.000 Euro bezahlt haben. Sie sollen, so die Anklage, für ein verkauftes Kilogramm Marihuana von Großabnehmern nur 3800 Euro verlangt haben. Den mit dem Verkauf von 147 Kilogramm Marihuana erwirtschafteten Umsatz beziffert die Anklagebehörde mit 558.600 Euro. Davon soll der Reingewinn 85 Prozent betragen haben. In der Anklageschrift wird das durchschnittliche Monatseinkommen des 34-jährigen Erstangeklagten aus den Drogengeschäften mit 12.000 Euro angegeben.

Stromkosten in der Höhe von 37.000 Euro

Die zwei mutmaßlichen Bandenchefs wurden auch wegen Entziehung von Energie angeklagt. Demnach sollen die Beschuldigten Strom im Wert von 37.000 Euro für ihre Indoorplantagen mit elektronisch gesteuerter Beleuchtung und Bewässerung abgezweigt haben.