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Westwind als Spielverderber

12.01.2021 • 06:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Tief winterlich wird es im Bergland. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Tief winterlich wird es im Bergland. Klaus Hartinger

Im Rheintal dürfte weniger Schnee fallen als prognostiziert.

Die Nacht von Sonntag auf Montag war die kälteste seit Februar 2018, meldeten die Experten vom Wetterring Vorarlberg. Ursprünglich war diese später prognostiziert. „Doch hohe Wolken sorgen dafür, dass die Temperaturen nicht mehr ganz so tief fallen – zwischen minus acht und minus zehn Grad in der Nacht“, sagt Fachmann Lukas Alton. „Milder“ wird es durch eine sogenannte Nordwest-Störung. Westwind zieht auf, im Gebirge sogar orkanartig. Bis Donnerstag bleibt dieser Wind dem Ländle erhalten und sorgt gleichzeitig dafür, dass die Schneefallgrenze auf 500 bis 600 Meter steigt.

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Klaus Hartinger

Komplexe Wetterlage

Alton spricht von einer komplexen Wetterlage. Augenblicklich gibt es für Liebhaber der weißen Pracht im Rheintal keine rosigen Aussichten. Mit fünf bis zehn Zentimetern kann gerechnet werden, mit etwas Glück könnte eine kompakte Schneedecke mit 15 bis 20 Zentimetern zusammenkommen. „Der Westwind ist der Spielverderber für die niedrigen Lagen“, verdeutlicht Alton noch einmal.
Etwas anders sieht es im Kleinwalsertal, im vorderen und hinteren Bregenzerwald, am Arlberg, im Klostertal, im Montafon und sogar bis nach Bludenz aus. Dort werden bis Freitag 60 bis 80 Zentimeter Schnee erwartet. Es wird tief winterlich im Bergland – die Skigebietbetreiber wird es freuen.

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Klaus Hartinger

Kälte und Pkw

Zwar dürfte es etwas milder werden, die Temperaturen schaffen es heute selbst im Rheintal auch tagsüber nicht über die Null-Grad-Marke. Und das stellt Autofahrer vor Herausforderungen. In Zeiten von Lockdown und Homeoffice werden viele Pkw wenig und oft nur für Kurzstrecken bewegt. Die Folgen sind abzusehen: Der Wagen springt nicht an, die Batterie gibt den Geist auf.

Wenn gar nichts mehr geht, hilft da mitunter nur noch Starthilfe. „Dabei gilt es aber, auf der Hut zu sein, denn die Fahrzeugelektronik wird immer komplexer und auch empfindlicher“, warnt Jürgen Wagner vom ÖAMTC.

Empfindliche Elektronik

So verträgt sie zum Beispiel kaum mehr Spannungsspitzen, die beim Anlegen der Starthilfekabel an die Batterien aber unweigerlich entstehen können. Zudem speichern Bordcomputer alle Fehler – auch den einer leeren Batterie. Es könne vorkommen, dass sich Systeme neu kalibrieren müssen. Komplex seien auch Start-Stopp-Systeme (automatischer Motorstopp an Kreuzungen). „Bei einer Starthilfe für solche Fahrzeuge sollte nur ein Fachmann Hand anlegen“, rät Wagner.

Abdecken oder unterstellen

Idealerweise parkt das Auto bei eisiger Kälte in einer Garage. Selbst unter einem Carport oder einer Abdeckung können laut Experte die Auswirkungen gemildert werden. In Sachen Batterie ist das Gebot der Stunde „Strom sparen“. Sind im Auto mehrere Stromverbraucher eingeschaltet, kann der Generator, also die Lichtmaschine, nur den laufenden Verbrauch abdecken. „Auf Licht und Lüftung wird man nicht verzichten können, mit allen anderen Verbrauchern kann man aber sparsam umgehen“, weiß Wagner.

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