Allgemein

Corona macht auch vor Fasching nicht Halt

13.01.2021 • 20:31 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Große Umzüge sind mit Corona-Schutzmaßnahmen nur schwer vereinbar. <span class="copyright">Archiv/Steurer</span>
Große Umzüge sind mit Corona-Schutzmaßnahmen nur schwer vereinbar. Archiv/Steurer

In der Brauchtumspflege sind dieses Jahr kreative Ideen gefragt.

Um 11.11 Uhr haben am vergangenen Sonntag Michèl Stocklasa, Noch-Präsident des Verbands der Vorarlberger Fasnatzünfte und -Gilden (VVF), und seine designierte Nachfolgerin Barbara Lässer mit einer Videobotschaft den Startschuss für den heurigen Fasching gegeben. Normalerweise steht am Auftakt der fünften Jahreszeit am Sonntag nach Dreikönig traditionell der Vorarlberger Landesnarrentag. An diesem kommen Zünfte und Gilden sowie Mäschgerle aus dem ganzen Land an einem Ort zusammen, um offiziell in die Fasnat zu starten.

Landesnarrentag abgesagt.

Heuer sollten die Feierlichkeiten eigentlich in Lustenau über die Bühne gehen. Die Corona-Pandemie und die damit zusammenhängenden Maßnahmen und Beschränkungen haben den Närrinnen und Narren heuer jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Um dennoch den Fasching einzuläuten und das Brauchtum hochzuhalten, haben sich Stocklasa und Lässer dazu entschlossen, den Auftakt digital zu feiern.

Mit allen Sinnen erleben

Aufgrund der Pandemie wird die heurige Fasnat deutlich anders aussehen als in den vergangenen Jahren. Größere Veranstaltungen wie Umzüge oder Bälle können nicht durchgeführt werden. Und auch sonst ist der zwischenmenschliche Kontakt aufgrund von Abstandsregelungen oder dem derzeitigen Lockdown sehr eingeschränkt. Da hilft auch das Ausweichen in die digitale Welt nur zum Teil. „Die Brauchtumspflege lebt davon, live vor Ort zu sein und die Dinge mit allen Sinnen zu erleben“, bringt es der VVF-Präsident auf den Punkt.

Soziale Medien

Wie die heurige Saison tatsächlich aussehen wird, kann er aber derzeit noch nicht sagen. Das werde auch davon abhängen, welche gesetzlichen Rahmenbedingungen es in den kommenden Wochen geben wird. Derzeit spielt sich die närrische Zeit vor allem online ab. So teilen Menschen etwa unter dem Hashtag „#FasnachtKarussell“ Fotos mit Erinnerungen an den Fasching in früheren Jahren und halten so das Brauchtum am Leben. Auch zahlreiche Zünfte und Gilden sind diesbezüglich auf verschiedenste Art und Weise in den sozialen Medien aktiv. Vielerorts werde auch an kreativen Ideen gefeilt, um das Brauchtum unter Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben wenigstens in kleinem Rahmen hochzuhalten, berichtet Stocklasa: „Da wird es sicher noch das eine oder andere geben.“ Der VVF-Präsident verweist dabei auf die Harder Mufängar, die am 11.11. ihren Faschingsauftakt im „Homeoffice“ begangen haben. Zum Beginn der närrischen Zeit wurde in der Gemeinde die Narrenfahne vor dem Rathaus gehisst und es konnte die „Mufängar-Box“ bestellt oder im Laden gekauft werden. Diese enthielt alles, um die närrische Zeit auch zu Hause feiern zu können.

Ehrenamtliches Engagement

Die Corona-Pandemie wird noch länger ein Thema sein, befürchtet der VVF-Präsident. Er hofft, dass diese und die damit zusammenhängenden Kontaktbeschränkungen sich nicht allzu negativ auf das ehrenamtliche Engagement im Land auswirken. Denn gerade in Vorarlberg spiele dieses – nicht nur im Fasching – eine bedeutende Rolle. In Sachen Fasnat blickt Stocklasa positiv gestimmt in die Zukunft. Das Brauchtum habe schon so manche dunkle Zeit überstanden und werde dies auch dieses Mal tun, ist er überzeugt.