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Nur ein Jahr Haft für 45 Kilo Marihuana

13.01.2021 • 20:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Archiv/Rauch

29-Jährige hat am Anbau mitgewirkt, nur untergeordnete Rolle in Bande.

Sie haben nicht damit gerechnet, dass Sie auf so einen netten Richter treffen“, sagte Richter Andreas Böhler schon zu Beginn des Drogenprozesses zur Angeklagten. Der Schöffensenat unter seinem Vorsitz gewährte der mit drei Vorstrafen belasteten 29-Jährigen am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch mit einer teilbedingten Haftstrafe von drei Jahren eine milde Strafe. Denn nur ein Jahr hat die Angestellte zu verbüßen, voraussichtlich mit einer Fußfessel. Zwei Jahre wurden für eine Probezeit von drei Jahren bedingt nachgesehen. Das Urteil, das die Dornbirnerin annahm, ist nicht rechtskräftig. Der Strafrahmen für das Verbrechen des Suchtgifthandels beträgt ein bis 15 Jahre Gefängnis.

Indoorplantage im Keller

Die geständige Angeklagte hat als Mitglied einer Drogenbande an der Erzeugung von 45 Kilogramm Marihuana im Verkaufswert von 450.000 Euro mitgewirkt. Im Keller des von ihr angemieteten Dornbirner Hauses wurde eine Indoorplantage mit 914 Cannabispflanzen sichergestellt. Die ledige Frau hat 17 Gramm Kokain konsumiert.

1,5 Millionen Euro

Die 29-Jährige habe in der Drogenbande nur eine untergeordnete Rolle gehabt, sagte Richter Böhler in seiner Urteilsbegründung. Die Staatsanwaltschaft Feldkirch hat, wie berichtet, zwei unbescholtene Männer im Alter von 34 und 31 Jahren als mutmaßliche Bandenbosse angeklagt. In der Anklageschrift wird den beiden Untersuchungshäftlingen vorgeworfen, sie hätten in Indoorplantagen mit 700 bis 1000 Stecklingen in Kellern von eigens dafür angemieteten drei Häusern in Dornbirn, Lustenau und Nüziders 152 Kilogramm Marihuana im Wert von 1,5 Millionen Euro produziert. Davon sollen die gebürtigen Feldkircher 147 Kilo verkauft haben. Die 29-jährige Angeklagte sagte, ihr sei die Hausmiete von monatlich 1400 Euro bezahlt worden. Für ihre Mitarbeit bei der dreimaligen Cannabis-Ernte habe sie insgesamt 6000 Euro erhalten. Aus den Mieten und Bezügen als Erntehelferin errechnete der Schöffensenat den Verfallsbetrag von 20.000 Euro, den die Angestellte als Nebenstrafe für ihre kriminelle Bereicherung dem Gericht zu überweisen hat.

Geständnis

Verteidigerin Andrea Concin sagte, sie habe zuvor noch nie ein derart umfassendes Geständnis erlebt wie jenes ihrer Mandantin. Ihr wäre sonst die Mitwirkung an der Erzeugung von 45 Kilogramm Marihua­na nicht nachzuweisen gewesen, sagte die Anwältin.
Die Angeklagte bedauerte, sie habe wegen ihrer Drogendelikte ihre Ausbildung zur Krankenschwester abbrechen müssen.

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