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Am Tag nach Urteil wieder gestohlen

18.01.2021 • 20:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zwei Jahre Gefängnis für vorbestraften 37-Jährigen aus Rumänien.

Am Beginn der närrischen Zeit habe sich der Angeklagte einen schlechten Faschingsscherz erlaubt, sagte Richter Martin Mitteregger. Am 11. November 2020 begann die Diebstahlserie des geständigen Rumänen in Vorarlberg. Am Tag zuvor war der 37-Jährige in Stuttgart wegen Diebstählen zu einer bedingten Gefängnisstrafe von sechs Monaten verurteilt und nach drei Monaten aus der Untersuchungshaft entlassen worden.

Zwischen 11. und 20. November beging der Kriminaltourist in Bregenz und Hohenems sieben Ladendiebstähle und einen Einbruchsversuch in ein Lebensmittelgeschäft. Dabei erbeutete er Waren im Wert von 3700 Euro. Zudem versuchte der Arbeitslose im Juni 2020, mit einer entwendeten Kreditkarte 300 Euro teure Schuhe zu kaufen. Dafür wurde der einschlägig vorbestrafte Angeklagte am Landesgericht Feldkirch rechtskräftig zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.

Strafrahmen

Der Schuldspruch erfolgte wegen gewerbsmäßigen Diebstahls, teils durch Einbruch, und versuchten schweren Betrugs. Dafür beträgt der Strafrahmen null bis drei Jahre Haft. Für den Rumänen galten allerdings die sogenannten Rückfallvoraussetzungen. Weil er in den letzten fünf Jahren bereits zumindest zwei einschlägige Haftstrafen verbüßt hat, erhöhte sich für ihn der Strafrahmen auf bis zu viereinhalb Jahre Gefängnis. Der Strafrichter erörterte, die Staatsanwaltschaft habe irrtümlicherweise Anklage wegen des Verbrechens des gewerbsmäßigen Diebstahls, teils durch Einbruch, mit einer Strafdrohung von sechs Monaten bis fünf Jahren Haft erhoben.

Schadenersatz

Den geschädigten Lebensmittelgeschäften muss der Verurteilte als Schadenersatz insgesamt 3000 Euro bezahlen. Zudem hat er der Republik Österreich als sogenannten Verfallsbetrag für seine kriminelle Bereicherung 1000 Euro abzuliefern. Dazu merkte der Richter an, die Verpflichtungen würden nur auf dem Papier bestehen, weil der arbeitslose Rumäne die Beträge wohl nie bezahlen werde.

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