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Gefrorene Leiche in Berghütte

18.01.2021 • 22:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Mann war in die Hütte eingebrochen , um vermutlich dort zu wohnen.        <span class="copyright">Alpenverein Vorarlberg</span>
Der Mann war in die Hütte eingebrochen , um vermutlich dort zu wohnen. Alpenverein Vorarlberg

Brite starb in Sarotla-Hütte an Kohlenmonixid-Vergiftung.

Zwei Skitourengänger haben bereits am 9. Jänner entdeckt, dass in ein Nebengebäude der Sarotla-Hütte im Gemeindegebiet von Bürs eingebrochen worden war, berichtet Rainer Schlattinger, Geschäftsführer des Alpenvereins Vorarlberg, dem die Hütte gehört. Er meldete die Beobachtung der Polizei, die daraufhin hinaufflog, um die Schäden aufzunehmen.

Mit dabei waren Jäger, die feststellten, dass einige Dinge fehlten. Zudem fanden sie einen Geißfuß, ein Werkzeug, das aus dem Hauptgebäude stammte, erzählt Schlattinger. Ihm kam das eigenartig vor, sodass er einen Hubschrauber mietete, mit dem zwei ehrenamtliche Helfer des Alpenvereins vergangenen Dienstag neuerlich hinaufflogen, um sich die Sache genauer anzuschauen. Dabei entdeckten sie im Hauptgebäude eine gefrorene männliche Leiche. Es handelt sich laut Polizei um einen 36-jährigen Mann mit britischer Staatsbürgerschaft.

Dürfte dort gewohnt haben

Die Sarotla-Hütte war bereits am 15. November des Vorjahres winterfest gemacht und seither offiziell nicht mehr benützt worden. Allerdings gibt es einen Winterraum für Notfälle, informiert Schlattinger. Die Ermittlungen der Polizei ergaben, dass der Mann nach dem 15. November die Hütte aufgebrochen hat und sich dort einige Zeit aufgehalten bzw. dort gewohnt haben dürfte. Laut Polizei hatte er einen Wohnsitz in Brand. Ob er dort noch gewohnt hat, ist unklar.

Laut Schlattinger hatte der Mann zwei Koffer dabei, einen mit Lebensmitteln und einen mit Bekleidung, sodass davon auszugehen sei, dass er dort wohnen wollte. Er habe auch einige Sachschäden verur­sacht.

Ofenrohröffnung war zu

Zum Verhängnis wurde dem 36-jährigen Briten, dass auch der Ofen beim Verlassen der Hütte winterfest gemacht worden war. Dafür wurde das Ofenrohr über dem Dach abmontiert und die Öffnung mit einer Platte zugemacht. Feuer im Ofen führte dann dazu, dass der Mann an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung starb, wie eine Obduktion ergab. Der genaue Todeszeitpunkt konnte aber nicht mehr eruiert werden. Hinweise auf Fremdverschulden gibt es nicht.

Der 36-Jährige war laut Polizei im Winter in Brand als Skilehrer und im Sommer bei einer Freizeiteinrichtung tätig. Eine Vermisstenanzeige lag nicht vor, wie ein Polizeisprecher erklärte. Der Brite sei zwischen den Saisonen nicht immer im Land gewesen, sodass sein Fehlen keinem aufgefallen war.

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