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Tourismus schreibt den Winter endgültig ab

18.01.2021 • 19:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Skitourismus ist in diesem Winter nicht mehr zu retten. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Der Skitourismus ist in diesem Winter nicht mehr zu retten. Stiplovsek

Der Winter ist für Hotellerie und Gastronomie nicht mehr zu retten.

Es war eine der grundlegenden Forderungen der Gastronomie und Hotellerie: Planungssicherheit. Die vergangenen Monate haben den Branchen sehr zugesetzt. Zum einen wirtschaftlich, zum anderen hat die unsichere Situation, wann die Betriebe wieder aufsperren können, zusätzlich belastet.

Mit der Entscheidung der Bundesregierung, den Lockdown zu verlängern und die Beherbergungsbetriebe sowie die Gastronomie frühestens Anfang März wieder zu öffnen, gibt es aber jetzt ein gewisses Maß an Sicherheit: Denn mit Sicherheit ist die Wintersaison somit gelaufen.

„Durch die Verlängerung des Lockdowns für die Gastronomie und Hotellerie wird ein Aufsperren der Betriebe bestenfalls Anfang März und schlechtestenfalls ab Ende März oder Ostern erlaubt. Damit ist der Totalausfall im Wintertourismus ein Faktum“, heißt es in einer Aussendung der Branchenvertreter in der Wirtschaftskammer.

In Entscheidung eingebunden

Trotz der Nachricht, in diesem Winter kein Geschäft mehr zu machen, herrscht in der Branche eine gewisse Erleichterung und Aufbruchsstimmung. Dies hat zum einen mit der Entwicklung der Gespräche und der Einbindung in die Entscheidungsfindung auf Bundesebene zu tun.

„Wir haben den Eindruck, dass unsere Interessen diesmal gehört wurden, und danken dafür auch explizit Landesrat Chris­tian Gantner und Landeshauptmann Markus Wallner für ihren persönlichen Einsatz“, sagt Markus Kegele, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der WKV.

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Stiplovsek

Zusätzlich helfen die Ausgleichsmaßnahmen, auch wenn die Forderungen schlussendlich nicht mit der Maßnahme ident sind. „Allerdings handelt es sich jetzt offenbar um eine mit 60.000 Euro gedeckelte kurzfris­tige Liquiditätsspritze von bis zu 30 Prozent des Umsatzes bis Juni und um keinen Umsatzersatz, wie ihn die Branche eigentlich gefordert und erhofft hatte. Auf der anderen Seite nehmen wir positiv wahr, dass damit unserer Position eines drohenden Totalausfalls des Wintertourismus Rechnung getragen wurde“, führt Kegele aus. Die Verantwortlichen setzen außerdem auf weitere Maßnahmen zur Rettung der Betriebe wie die Verlängerung der Kurzarbeitszeitregelungen und der Mehrwertsteuersenkung auf fünf Prozent. Hier sei der Ausgang der Diskussion noch offen.

Plan B für die Zukunft

Da bekanntlich jammern nicht wirklich weiterhilft, geht der Blick der Tourismusbranche vermehrt in die Zukunft als zurück. Nun gilt es, sich für den Sommer und den kommenden Winter vorzubereiten. Geplant ist die Entwicklung eines Plan B, um die Zeit des Lockdowns bestmöglich für die Stabilisierung der Branche, für Aus- und Weiterbildungen sowie strategische Fragestellungen zu nutzen.

Spartenobmann Markus Kegele. <span class="copyright">Hartinger</span>
Spartenobmann Markus Kegele. Hartinger

Spartenobmann Markus Kegele sagt diesbezüglich: „Eine derartige Qualitätsoffensive hat zum Ziel, dass wir doch noch gestärkt aus der Krise hervorgehen und uns jetzt mit voller Kraft auf die kommende Sommer- und Wintersaison konzentrieren. Wir wollen dazu alle produktiven Kräfte im Land bündeln. Ziel muss sein, die in den vergangenen Jahren mühsam aufgebauten hochqualitativen Strukturen auf betrieblicher Ebene sowie im Bereich der Mitarbeitenden zu erhalten.“

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