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V-Mann sah Falschgeld-Übergabe

18.01.2021 • 20:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Männer wurden zu Geldstrafen verurteilt.                     <span class="copyright">Shutterstock</span>
Die Männer wurden zu Geldstrafen verurteilt. Shutterstock

Geldstrafen wegen zwei falschen 50-Euro-Scheinen.

Der Betreiber eines Feldkircher Wettcafés hat nach den gerichtlichen Feststellungen am 4. August 2018 in seinem Lokal zwei Gästen zwei gefälschte 50-Euro-Scheine übergeben. Demnach sollten die Gäste versuchen, das Falschgeld in Umlauf zu bringen. Dafür wurden die drei Angeklagten am Montag am Landesgericht Feldkirch zu teilbedingten Geldstrafen verurteilt.

Die Sanktion für den unbescholtenen Barbetreiber beträgt 1920 Euro (480 Tagessätze zu je 4 Euro). Davon hat der 46-jährige Bosnier dem Gericht 1440 Euro zu überweisen. Über den arbeitslosen und unbescholtenen 51-Jährigen aus Bosnien wurde eine Strafe von 1440 Euro (360 Tagessätze zu je 4 Euro) verhängt, davon 1080 Euro unbedingt. Die Zusatzstrafe für den vorbestraften 24-Jährigen macht 1040 Euro (260 Tagessätze à 4 Euro) aus, davon 780 Euro unbedingt. Keines der Urteile ist rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe für das Falschgeld-Verbrechen wäre fünf Jahre Gefängnis gewesen.

Freisprüche gefordert

Richter Martin Mitteregger stützte seinen Schuldspruch auf die Angaben eines V-Manns der Polizei, der die Falschgeld-Übergabe im Lokal gesehen haben will. Zudem habe der Gastronom bei seiner polizeilichen Befragung die Tat zugegeben, sagte der Strafrichter. Vor Gericht forderten alle drei Angeklagten Freisprüche.

Die Falschgeld-Vorwürfe sind vergleichsweise Kleinigkeiten im anhängigen großen Ermittlungsverfahren der Wiener Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft um Korruption im Glücksspielmilieu. Ein damaliger Bundespolizist aus dem Bezirk Feldkirch soll Termine für Glücksspielrazzien verraten und dafür vom Feldkircher Lokalbetreiber Geld kassiert haben. Die beiden Beschuldigten befanden sich wegen des Korruptionsverdachts in Wien monatelang in Untersuchungshaft.

Mehrfach verurteilt

Der (ehemalige) Polizist wurde in dem Strafverfahren inzwischen am Landesgericht mehrmals verurteilt, auch zu Haftstrafen. Er soll sich für verbotene Interventionen und illegale Auskünfte bestechen lassen haben. Außerdem soll der Beamte illegale Strafregisterabfragen getätigt und im Nebenjob als Liechtensteiner Security in Österreich Steuern hinterzogen haben.

Auf den ehemaligen Polizisten und den Lokalbetreiber wurde 2018 ein V-Mann der Polizei angesetzt. Der Polizeispitzel gewann als Lokalgast das Vertrauen des Gastronomen. Der V-Mann saß am Montag im Prozess unerkannt neben dem per Videokonferenz befragten V-Mann-Führer des Bundeskriminalamts.

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