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Freispruch nach tödlichem Unfall

19.01.2021 • 20:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der 79-jährige Unfallenker wurde freigesprochen.   <span class="copyright">Hartinger</span>
Der 79-jährige Unfallenker wurde freigesprochen. Hartinger

79-Jähriger überfuhr betrunkenen Fußgänger, der auf Straße lag.

Vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung wurde der unbescholtene und von Alexander Fetz verteidigte Angeklagte am Dienstag am Bezirksgericht Feldkirch im Zweifel freigesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Richter Daniel Simma sagte in seiner Urteilsbegründung, er könne dem angeklagten 79-Jährigen keinen Sorgfaltsverstoß beim Autofahren vorwerfen.
Der Pkw des Pensionisten aus dem Bezirk Feldkirch überfuhr am 16. Mai 2020 in Nenzing einen bei Tageslicht auf der trockenen Straße liegenden Fußgänger. Der überrollte 56-Jährige starb noch an der Unfallstelle.

Mangelnde Aufmerksamkeit

Die Staatsanwaltschaft Feldkirch legte dem Angeklagten mangelnde Aufmerksamkeit zur Last. Der Fahrzeuglenker hätte nach Darstellung der Strafverfolgungsbehörde den auf der Fahrbahn liegenden Mann rechtzeitig erkennen und anhalten oder ausweichen können. Der Angeklagte sagte, er habe den Fußgänger nicht gesehen. Er sei an der Kreuzung stehengeblieben und danach nach rechts in die bevorrangte Schwedenstraße eingebogen.
Schon nach wenigen Metern wurde der Familienvater im Kreuzungsbereich überrollt. Unfallgutachter Klaus Lang sagte, der Autofahrer hätte beim Stillstand seines Fahrzeugs an der Kreuzung den Kopf des Passanten 0,4 Sekunden lang sehen können. Das wäre aber nur unter der unbewiesenen Annahme der Fall gewesen, dass der Pkw vor dem Anfahren tatsächlich 0,5 Meter weit in der Schwedenstraße gestanden ist, merkte Bezirksrichter Simma an. Die Geschwindigkeit des Autos beim Überfahren des 56-Jährigen gab Gutachter Lang mit sieben bis neun km/h an.

Auf Straße gestürzt

Zwei 15-jährige Zeugen sagten, sie hätten gesehen, dass der Fußgänger betrunken schwankend durch die Schwedenstraße gegangen sei. Dann sei er offenbar über seine eigenen Füße gestolpert und auf die Straße gestürzt. Ein Pkw-Lenker gab als Zeuge an, der Angeklagte sei nach der Kollision zwei bis drei Mal kurz rückwärts und dann wieder vorwärts gefahren.

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