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Milde Sanktion nach Gewalt gegen Ex-Frau

20.01.2021 • 18:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Symbolbild/Shutterstock

Geständiger und unbescholtener Angeklagter kam mit Diversion davon.

Das Opfer reagierte nach der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch aufgebracht auf die für sie unverständlich milde Sanktion für ihren geschiedenen Mann. Dem unbescholtenen und reumütig geständigen Angeklagten hat die Strafrichterin am Mittwoch eine Diversion gewährt. Wenn der Angestellte mit dem Nettoeinkommen von 2500 Euro dem Gericht als Geldbuße 800 Euro bezahlt, wird das Strafverfahren gegen ihn eingestellt werden. Damit würde ihm eine Vorstrafe erspart bleiben. Der Angeklagte und die Staatsanwältin waren mit der Diversion einverstanden.

Schläge ins Gesicht

Im Strafantrag der Staatsanwaltschaft Feldkirch wurden dem 44-Jährigen Hausfriedensbruch, Nötigung, versuchte Körperverletzung und Verleumdung vorgeworfen. Dazu bekannte sich der Angeklagte schuldig. Demnach ist der in der Türkei geborene Österreicher am 29. Februar 2020 in Dornbirn nach dem Überklettern einer Mauer und dem Aufdrücken der Terrassentür in die Wohnung seiner geschiedenen Gattin eingedrungen. Dort hat er ihr aus Eifersucht das Mobiltelefon aus der Hand gerissen. Und er hat seiner Ex-Frau Schläge ins Gesicht versetzt und sie an den Haaren gerissen. Zudem hat der Vater von drei Kindern vor der Polizei wahrheitswidrig behauptet, sie habe ihm den Kratzer in seinem Gesicht zugefügt. Dabei hat er sich selbst verletzt. Wäre der Angeklagte schuldig gesprochen und verurteilt worden, wäre die mögliche Höchststrafe ein Jahr Gefängnis gewesen. Die Strafrichterin meinte, eine diversionelle Erledigung sei in dem familiären Konflikt eine angemessenere Sanktionsform.

Füße geküsst

Vor Gericht erklärte der Angeklagte schluchzend seine Taten so: Er sei nach der Scheidung depressiv geworden. Und er sei verzweifelt gewesen, weil er seine Kinder länger nicht gesehen habe. Inzwischen habe er sich bei seiner Ex-Gattin für sein Fehlverhalten entschuldigt. Als Ges­te für seine Reue dafür habe er ihre Füße geküsst.