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Schmerzengeld für trauernde Geschwister

22.01.2021 • 19:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/Shutterstock</span>
Symbolbild/Shutterstock

Trauerschmerzengeld: Skiführer mitverantwortlich für Lawinentod.

Am 16. Jänner 2017 starb ein 33-jähriger Arzt in Zürs unter einer Lawine. Bei der Abfahrt vom Trittkopf abseits der Pisten wurde der Niederländer bei der Gamsmulde von den Schneemassen erfasst. Der Skiführer (38) und ein Holländer (36) kamen unverletzt davon.
Straf- und zivilrechtlich wurde der Tiroler Tourenführer für den Lawinentod des Niederländers mitverantwortlich gemacht. Im Strafprozess am Landesgericht Feldkirch wurde der unbescholtene Angeklagte 2017 rechtskräftig wegen fahrlässiger Tötung und Gefährdung der körperlichen Sicherheit zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von vier Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 1440 Euro (360 Tagessätze zu je vier Euro) verurteilt.
In den selten befahrenen Steilhang hätte der Skiführer bei der herrschenden erheblichen Lawinengefahr der Stufe drei nicht einfahren dürfen, meinte der gerichtlich bestellte Lawinensachverständige.

Trauerschmerzengeld

In einem Zivilprozess wurde der Beklagte dazu verpflichtet, der Schwester und dem Bruder des tödlich verunglückten Skifahrers als Trauerschmerzengeld für den Verlust ihres Familienangehörigen jeweils 15.000 Euro zukommen zu lassen. Das hat nun der Oberste Gerichtshof (OGH) rechtskräftig entschieden. Die Wiener Höchstrichter bestätigten damit die Urteile der Vorinstanzen.
Die klagenden Geschwister lebten zwar nicht in einem gemeinsamen Haushalt mit ihrem verstorbenen Bruder. Sie haben aber nach Ansicht der Richter wegen der innigen Bindung dennoch Anspruch auf Trauerschmerzengeld. Denn seit dem frühen Tod ihrer Mutter seien die drei ein eingeschworenes Team gewesen. Zwischen den Geschwistern bestehe eine intensive Gefühlsgemeinschaft. Deshalb stehe ihnen Trauerschmerzengeld zu, das ohne Haushaltsgemeinschaft für gewöhnlich Eltern, Kindern und Partnern vorbehalten bleibe.

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