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Mieterin überflutete ihre Wohnung

23.01.2021 • 19:26 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Frau stand diese Woche in Feldkirch vor Gericht.                         <span class="copyright">Hartinger</span>
Die Frau stand diese Woche in Feldkirch vor Gericht. Hartinger

Geldstrafe und bedingte Haftstrafe für vorbestrafte 44-Jährige.

Ihre Mietwohnung in einem Dornbirner Mehrparteienhaus hat die dazu geständige Angeklagte im Vorjahr absichtlich unter Wasser gesetzt. Den dabei in der Mietwohnung und in darunter liegenden Räumlichkeiten entstandenen Sachschaden bezifferte die Staatsanwaltschaft mit 39.000 Euro.
Die Mieterin hat sämtliche Abflüsse in der Küche und im Badezimmer mit Textilien verstopft und die Wasserhähne aufgedreht. Danach hat sie die Wohnung verlassen. Angestautes Wasser sickerte nach unten durch.
Ihr Vermieter habe sie mehrmals gekränkt. So erläuterte die Angeklagte vor Gericht ihr Tatmotiv. Nach dem absichtlichen Überfluten ihrer Wohnung habe sie sich beim Weggehen auf der Straße kurz gedacht, zurückzukehren und das Wasser abzudrehen. Sie habe sich dann aber dagegen entschieden.

Fassungsloser Staatsanwalt

„Das ist nicht normal, ich bin fassungslos“, kommentierte Staatsanwalt Markus Fußenegger das Verhalten der Mieterin. „Menschen wie Sie sind dafür verantwortlich, dass viele nicht mehr vermieten“, sagte er zur Angeklagten.
Vor allem wegen der schweren Sachbeschädigung wurde die mit zwei Vorstrafen nach Sachbeschädigungen belastete arbeitslose Frau in dieser Woche am Landesgericht Feldkirch verurteilt, und zwar zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von vier Monaten und einer unbedingten, dem Gericht also zu bezahlenden Geldstrafe von 960 Euro (das sind 240 Tagessätze zu je 4 Euro). Das Urteil von Richter Georg Furtschegger ist nicht rechtskräftig.
Die mögliche Höchststrafe wäre zwei Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte kombinierte Strafe entspricht acht Monaten Haft. Der Schuldspruch erfolgte auch wegen gefährlicher Drohung und fahrlässiger Herbeiführung einer Feuersbrunst. Demnach hat die 44-Jährige in dem Mehrparteienhaus zwei ihrer Nachbarinnen mit einem vorgehaltenen Messer mit einer Klingenlänge von 20 Zentimetern bedroht. Diesen Vorwurf hat die Angeklagte energisch bestritten.

Fahrlässig Feuer verursacht

Zugegeben hat die 44-jährige Frau hingegen, dass sie im vergangenen Jahr in Bregenz in einem unbewohnten Haus, in dem sie als Obdachlose Zuflucht gesucht hat, fahrlässig ein Feuer verur­sacht hat. Die Feuerwehr musste den Zwischendeckenbrand löschen.
Die über sie verhängte Strafe hat die arbeitslose Vorbestrafte offenbar nicht verstanden. Am Ende der Gerichtsverhandlung fragte die Frau nämlich den Richter, „wie lange muss ich ins Gefängnis?“

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