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Preiskrieg um FFP2-Masken hat begonnen

23.01.2021 • 17:38 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
August Fuchs und Patrick Kühner, von Medovis Healthcare in Deutschlandsberg, vertreiben Millionen FFP2-Masken unter anderem an die österreichischen Krankenhäuser
August Fuchs und Patrick Kühner, von Medovis Healthcare in Deutschlandsberg, vertreiben Millionen FFP2-Masken unter anderem an die österreichischen Krankenhäuser Daniela Brescakovic

Mit Verordnung steigt der Bedarf an FFP2-Masken.

„FFP2-Masken sind der neue Diesel, je höher der Verbrauch, desto höher der Preis“, vergleicht August Fuchs, Geschäftsführer der Medovis Healthcare, das aktuelle Geschehen rund um die hochwertige Schutzmaske.

Seit knapp 20 Jahren vertreibt der Deutschlandsberger Unternehmer medizinische Schutzausrüstung unter anderem an alle steirischen Krankenhäuser. In das Geschäft mit den FFP2-Masken ist er erst mit Corona eingestiegen: „Eigentlich handelt es sich hier um kein Medizinprodukt, sondern eine partikelfilternde Schutzmaske bei Arbeiten mit Asbest oder anderen Schadstoffen.“

Starker Anstieg bei Frachtkosten

Um das Infektionsgeschehen trotz Mutationen soweit es geht zu reduzieren, ist das Tragen einer FFP2-Maske aber in einigen Bereichen, etwa Handel und öffentlichem Verkehr, ab Montag Pflicht.
Längst begonnen hat hingegen schon der erbitterte Preiskrieg bei Herstellern und Händlern. „Innerhalb einer Woche und seit der neuen Verordnung der Bundesregierung sind die Rohstoffpreise und Frachtkosten enorm in die Höhe gegangen“, erklärt Fuchs. Neben Österreich ist die FFP2-Maske auch in anderen Ländern, beispielsweise in Bayern, ab sofort verpflichtend. „Steigt der Bedarf, steigt der Preis, das war schon immer so“.

Charterflüge der Airlines müssen Kosten decken

Der Deutschlandsberger bezieht seine Masken von einem Hersteller in China. Die Transportkosten für die Fracht werden nach Volumengewicht berechnet. Für ein Kilogramm bezahlte der Unternehmer ursprünglich 3,40 Euro, jetzt liege der Preis bei über 5 Euro. Für Fuchs ist dieser Sprung leicht erklärt: „Auch die Lieferanten haben den Kampf um die Masken mitbekommen. Kerosin ist zwar so billig wie noch nie, doch weil Linienflüge ausgefallen sind, müssen Charterflüge als Ausgleich herhalten.“

Kritisch sieht Fuchs außerdem das Geschäft mit der österreichischen Bundesbeschaffung. Die Ausschreibung für den Auftrag der Regierung 18 Millionen FFP2-Masken für Senioren zu beschaffen, hat auch er erhalten. Die Lieferfrist war für Dezember angedacht. Was „schlichtweg unmöglich“ war, so Fuchs. Dass solche Bestellungen in so kurzer Zeit „praktisch unplanbar“ sind, „sollte jedem klar sein“.

Noch dazu erschwere es die Situation für Hersteller, Lieferanten und Händler und treibe den Preis in die Höhe. „Diesen Auftrag entgegennehmen kann nur ein Unternehmen, das die entsprechende Menge bereits lagernd hatte. Doch bei solchen Preisschwankungen ist das für jeden ein enormes Risiko.“

Fuchs bereitet sich derweil auf eine weitere Großlieferung vor: Knapp zwei Millionen FFP2-Masken werden in fünf Containern geliefert und weiterverkauft. Und weil es schnell gehen muss, setzt sich auch der Chef hin und wieder in den Stapler, um anzupacken.