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Lehrerin berühmt durch Sanders Fäustlinge

24.01.2021 • 13:56 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Lehrerin berühmt durch Sanders Fäustlinge

42-jährige will keinen finanziellen Nutzen aus der Popularität ziehen.

Jennifer Ellis hat den linken US-Senator Bernie Sanders nie getroffen – aber mit seinem Auftritt bei der Amtseinführung von Joe Biden ist die 42-jährige Lehrerin aus dem Bundesstaat Vermont unverhofft zu Ruhm gelangt. Und das kam so: Sanders trug bei der Feier zur Amtseinführung des neuen US-Präsidenten am vergangenen Mittwoch neben einer khakifabenen Gore-Tex-Jacke auch dicke Woll-Fäustlinge. Letztere werden ihm von Ellis bereits seit einigen Jahren zur Verfügung gestellt.

Ellis unterrichtete ihre Schüler, während Biden den Amtseid ablegte. Plötzlich, so erzählt sie, trafen jede Menge Text-Nachrichten bei ihr ein. Alle lauteten gleich: „Bernie Sanders trägt Deine Fäustlinge!“ Die Fäustlinge, die Sanders trug, waren wegen ihrer braun-beigen Streifung gut zu erkennen.

Zu den Vorgängen bei der Inaugurationsfeier für Biden gibt es bereits eine längere Vorgeschichte. Ellis hatte Sanders erstmals ein Paar Fäustlinge geschickt, als er 2016 im Präsidentschaftsrennen der Demokraten gegen Hillary Clinton unterlag. Im vergangenen Jahr wurde Ellis zugetragen, dass der Senator seine Fäustlinge verliehen hatte. Da war sie so gerührt, dass sie ihm zehn weitere Paar schickte.

Flut an Reaktionen

Sanders‘ Auftritt bei der Inaugurationsfeier löste im Internet eine Flut von Reaktionen aus. Der 78-jährige Senator wurde in „Memes“ an die Seite von Tom Hanks in dessen Rolle als „Forrest Gump“ gesetzt und trat virtuell in „Star-Wars“-Szenen auf. Ellis zeigt sich erfreut über die Reaktionen, die sie „urkomisch“ findet. Genau das werde in der jetzigen Lage gebraucht. Viele Menschen hätten ein „hartes Jahr“ hinter sich, sie brauchten etwas „worüber sie lachen können und was völlig harmlos und unpolitisch ist“, sagt sie.

Ellis könnte aus der Begeisterung über ihre Fäustlinge einen großen finanziellen Gewinn ziehen. Sie erhielt bereits 13.000 E-Mails, in denen potenzielle Käufer ihr Interesse bekundeten. Diese Idee weist sie aber weit von sich. Wenn sie sich darauf einließe, würde die „Schönheit“ des Moments zerstört, sagt Ellis. Sie lehne „Preistreiberei“ ab. Im Internet tauchten am Freitag schon Werbeanzeigen für Fäustlinge nach dem Strickmuster von Ellis auf. Sie wurden für umgerechnet 70 Euro angeboten