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Haftstrafe: Schlafendes Mädchen missbraucht

25.01.2021 • 20:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Landesgericht Feldkirch<span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Landesgericht FeldkirchKlaus Hartinger

Teilbedingte Gefängnisstrafe für unbescholtenen 22-Jährigen.

Wegen der Verbrechen des sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen Person wurde der unbescholtene 22-Jährige am Montag am Landesgericht Feldkirch zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, zu verbüßende Teil zwei Haftmonate. Die anderen 16 Monate wurden für eine Bewährungszeit von drei Jahren bedingt nachgesehen. Das Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richter Martin Mitteregger ist nicht rechtskräftig. Denn der Angeklagte und Staatsanwalt Johannes Hartmann nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Der Strafrahmen belief sich auf 1 bis 10 Jahre Gefängnis.

Nach Ansicht der Richter hat der damals 21-jährige Angestellte aus dem Bezirk Feldkirch die 16-Jährige aus dem Bezirk Dornbirn in der Nacht auf 11. Mai 2020 in ihrem Bett während ihres Schlafes gleich zwei Mal sexuell missbraucht.

Datingplattform Tinder

Die Jugendliche und der junge Mann hatten sich im März 2020 im Internet auf der Datingplattform Tinder kennengelernt. Sie bezeichneten ihr Verhältnis als „Freundschaft plus“ und unterhielten eine sexuell geprägte Beziehung. Nach einem Streit versöhnten sie sich im Mai 2020. Die 16-Jährige sagte zum 21-Jährigen, sie wolle vorerst keinen Sex mehr mit ihm haben. Er durfte aber am 10. Mai 2020 bei ihr schlafen.

Zwei Übergriffe

In jener Nacht habe der Angeklagte das Nein der 16-Jährigen nicht akzeptiert und zwei Mal Sex mit dem schlafenden Mädchen gehabt, sagte Richter Mitteregger. Nach dem ersten Übergriff habe sie zu ihm gesagt, dass sie keinen sexuellen Kontakt wolle. Dennoch habe er die Schlafende im Verlaufe der Nacht noch einmal missbraucht.

Weil es zwei Übergriffe gegeben habe, sei ein Teil der Freiheitsstrafe zu verbüßen, merkte der Vorsitzende des Schöffensenats an. Die Sanktion solle auch ein Signal für die Gesellschaft sein.

Während sie schlief

Verteidiger Manuel Dietrich beantragte einen Freispruch. Sein Mandant sagte, er sei nicht schuldig. Es habe in der fraglichen Nacht nur einen Vorfall gegeben, gab der Angeklagte zu Protokoll. Sie habe ihm zwar vor dem Einschlafen gesagt, dass sie keinen Sex wolle. Dabei habe sie aber gegrinst. Daraufhin habe er während ihres Schlafes sein Glück versucht.

Vor Gericht tätigte der junge Mann noch eine andere Aussage: Sie habe ihm im Bett zu wenig Platz gelassen. Er habe nur deshalb Sex mit ihr gehabt, um sie aufzuwecken. Hätte sie dem Geschlechtsverkehr zugestimmt, hätte er dennoch von ihr abgelassen.

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