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„Lockdown light“ bricht Infektionswelle nicht

25.01.2021 • 12:56 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
++ THEMENBILD ++ CORONA / LOCKDOWN
++ THEMENBILD ++ CORONA / LOCKDOWN APA/HELMUT FOHRINGER

Erst wenn 40 Prozent geimpft sind, greift ein „weicher“ Lockdown.

Selbst bei optimistischen Annahmen kann ein „weicher“ Lockdown die Ausbreitung von Covid-19 nicht brechen. Zu diesem Ergebnis ist nun eine Arbeitsgruppe des Informatikers Robert Elsässer an der Universität Salzburg gekommen. Erst wenn mindestens 40 Prozent der Population immunisiert sind, greift ein „Lockdown light“, zeigen mathematische Modelle. Bis dahin seien zur effektiven Pandemie-Bekämpfung harte Maßnahmen inklusive Schulschließungen zielführend, folgern die Forscher.

Übertragung in geschlossenen Räumen

„Prozess wird lediglich verlangsamt“

„Die Simulationsergebnisse deuten darauf hin, dass selbst bei Best-Case-Annahmen ein weicher Lockdown die Ausbreitungswelle nicht brechen kann – der Prozess wird lediglich verlangsamt„, resümiert Elsässer. „Um beispielsweise die Infektionsketten in Schulen zu unterbrechen, müssten im Falle einer nachgewiesenen Infektion die betroffene Klasse sowie alle K1 Kontakte der infizierten Person umgehend in Quarantäne wechseln.“

Hier komme erschwerend hinzu, dass gerade Schülerinnen und Schüler oft keine oder nur sehr milde Symptome zeigen – laut einer Studie der London School of Hygiene & Tropical Medicine ist das bei etwa 79 Prozent der zehn bis 19-Jährigen der Fall – aber das Virus dennoch weitergeben können. „Da diese Kinder in der Regel erst getestet werden, nachdem die Eltern sich infiziert haben, scheint sich die Epidemiewelle leider nur mit harten Maßnahmen brechen zu lassen – durch Distance Learning und Homeoffice wo nur möglich“.

Die Simulationen hätten eindeutig gezeigt, dass ein „weicher“ Lockdown die Infektionswelle erst brechen kann, wenn in etwa 40 Prozent der Population immunisiert wurde. „Davor sollte die Ausbreitung der Infektion mit harten Maßnahmen zusätzlich zu den weichen Maßnahmen wie Abstand halten, Maske verwenden und Händehygiene – bekämpft werden“, sagte Elsässer.