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Café Feurstein soll bald zu mieten sein

27.01.2021 • 11:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ins Café Feurstein in der Feldkircher Innenstadtkönnte bald wieder Leben einkehren. <span class="copyright">Archiv/Lins</span>
Ins Café Feurstein in der Feldkircher Innenstadtkönnte bald wieder Leben einkehren. Archiv/Lins

Stadt plant Ausschreibung. Nächster Schritt Gebäudesanierung.

Ins Café Feurstein, das wie berichtet seit mehr als einem Jahr leer steht und zum Leidwesen der Stadtoberen dauerhaft unter Denkmalschutz gestellt werden soll, könnte nun bald wieder Leben einkehren. Nach mehreren NEUE-Berichten über die ungewisse Zukunft des 1949 eröffneten und Ende 2019 geschlossenen Kaffeehauses, kommt nun Bewegung in die Sache. Wie der ressortzuständige Stadtrat Benedikt König (ÖVP) auf Anfrage bestätigte, möchte die Stadt das Lokal nun möglichst rasch ausschreiben, sprich sich offiziell auf die Suche nach einem geeigneten Nachmieter machen. Im Anschluss daran sollen die Räumlichkeiten – allen voran die Sanitärräume und die Küche – saniert werden.

„Es scheint nun etwas Bewegung in die Sache zu kommen. Das freut uns. An unsere Linie ändert das aber nichts.“

Barbara Keiler, Bundesdenkmalamt

Unklar ist, inwieweit sich die Stadt an den Sanierungskosten beteiligen wird. „Das hängt stark davon ab, was der künftige Betreiber mit dem Lokal vorhat und für wie lange er es mieten möchte“, sagt König. Für einen richtigen Küchenbetrieb, so meint der Stadtrat weiter, würden jedenfalls massive Eingriffe in die Immobilie nötig werden.
Das Kaffeehausinventar, das bis auf Weiteres (nicht rechtskräftig) unter Denkmalschutz steht, gehört zur Verlassenschaft des Anfang Dezember verstorbenen Cafetiers und Clubbetreiber Klaus Feurstein. Laut König hat die Stadt über ihren Rechtsanwalt die Bestellung eines Verlassenschaftskurators beantragt, der den Nachlass vertritt. „Sonst liegt die Sache bis zum Ende des Verlassenschaftsverfahrens auf Eis.“

Das Traditionskaffeehaus steht seit Ende 2019 leer.<span class="copyright"> Lins</span>
Das Traditionskaffeehaus steht seit Ende 2019 leer. Lins

Wie berichtet, gibt es schon jetzt zumindest zwei Interessenten, die mit dem vorhandenen Mobiliar weitermachen würden und sich nach NEUE-Informationen in einem guten Einvernehmen mit Feursteins künftigen Erben befinden. Bei den Interessenten handelt es sich um Waltraud Waldner, derzeit noch Pächterin des Café Hecht in der Neustadt, sowie den Wein- und Kaffeehändler Ulrich Berthold, der das Café im Sinne von Klaus Feurstein weiterführen möchte.

„Wie wäre es mit einem Crowdfunding-Projekt? Daran würde ich mich mitunter selbst beteiligen.“

Benedikt König, Stadtrat (ÖVP)

König, der neben den Wirtschafts- und Tourismusagenden auch das Ressort Finanzen verantwortet, stellt klar, dass er die Sanierungskosten für die Stadt möglichst niedrig halten will. „Vielleicht wäre Crowdfunding eine Idee“, regt König an und meint, dass er sich daran mitunter selbst beteiligen würde. „Ich fände das eine gute Sache“, schlägt der Stadtrat nun ganz andere Töne an als noch vor wenigen Wochen Bürgermeister Wolfgang Matt.
Keine Auswirkungen hat eine allfällige Vermietung des Café Feurstein auf das Unterschutzstellungsverfahren. Wenngleich sich die zuständige Demkmalschützerin Barbara Keiler über die neuen Entwicklungen in Feldkirch erfreut zeigt, will sie an ihrer Linie festhalten und das Café dauerhaft unter Denkmalschutz stellen. „Die künstlerische und kulturelle Bedeutung wurde festgestellt. Das Café muss deshalb für die nachkommenden Generationen erhalten bleiben“, sagt sie. Die Stadt wird die Unterschutzstellung weiterhin bekämpfen.

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