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Vorarlberg nimmt es selbst in die Hand

27.01.2021 • 18:05 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Gebrüder Weiss liefert die Tests aus. In den Schulen wird dann mit Unterstützung der Lehrer und Erklärvideos den Schülern bei der Durchführung in den Klassenzimmern geholfen. <span class="copyright">Hartinger</span>
Gebrüder Weiss liefert die Tests aus. In den Schulen wird dann mit Unterstützung der Lehrer und Erklärvideos den Schülern bei der Durchführung in den Klassenzimmern geholfen. Hartinger

Bildungsdirketion setzt bei Auslieferung auf heimisches Transportunternehmen.

Weil die Bundesorganisation zur Verteilung der Testkits an Schulen nur schleppend läuft und unzuverlässig funktioniert, hat die Vorarlberger Bildungsdirektion beschlossen, diese Aufgabe in Vorarlberger Hände zu geben.
Das Lauteracher Unternehmen Gebrüder Weiss wird sich per sofort um die Auslieferung der Testkits an die heimischen Bildungseinrichtungen kümmern. Bisher war diese Aufgabe der Post zugekommen, doch wie Christoph Neyer, verantwortlicher Koordinator der Anti-Corona-Maßnahmen in der Bildungsdirektion, bestätigt, war die Auslieferung unzulänglich.
„Ich habe mich von Beginn an gefragt, wie es logistisch funktionieren soll, innerhalb einer Woche Tausende Schulen in ganz Österreich zu beliefern“, erklärt Neyer im Gespräch mit der NEUE.

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62.000 Testkits wird Gebrüder Weiss an die Schulen in Vorarlberg liefern. In dieser Woche sind es wegen der Lieferschwierigkeiten aus China nur 40.000.

288 Schulen werden in Vorarlberg mit den Testkits ausgestattet. Lediglich das Kleinwalsertal wird nicht von Gebrüder Weiss beliefert, sondern über einen Paketdienst. Die Anlieferung geschieht meist durch Kleinbusse, da Lkws vor vielen Schulen keine Möglichkeit zum Parken oder Wenden haben.

55.000 Schüler sind in Vorarlbergs Schulen, wobei mit den Testkits auch die Lehrer sowie das Verwaltungspersonal einmal in der Woche getestet werden sollen.

3 Tage dauert es in etwa von der Übernahme der Ware in Wien, bis auch die letzte Schule in Vorarlberg beliefert ist. Nach dem Eintreffen in Vorarlberg wird die Ware kommissioniert und dann nach und nach ausgeliefert.

Also habe er die letzten zehn Tage die Nacht zum Tag gemacht, laut seinen Angaben Hunderte Telefonate geführt und die Vorarlberger Lösung im wahrsten Sinne auf die Straße gebracht. Diese habe neben dem Know-how in Speditionsfragen des ausführenden Unternehmens auch den Vorteil der kurzen Kommunikationswege, „Wir bekamen viele Anfragen bezüglich der Lieferng, doch konnten wir den Schulen keine Auskunft geben, weil die Koordination beim Bund lag. Nun ist das anders, wir haben direkte Ansprechpartner bei Gebrüder Weiss und können somit schnell reagieren“, erklärt Koordinator Neyer.

China als Unsicherheitsfaktor

Seit dieser Woche zeichnet sich Gebrüder Weiss für die Auslieferung zuständig. 288 Schulen werden wöchentlich mit bis zu 62.000 Testkits versorgt. Allerdings hängt die Regelmäßigkeit und die Menge nicht am Speditionsunternehmen, sondern an den Liefermengen aus China.

Diese Tests werden an die Schulen geliefert. <span class="copyright">Hartinger</span>
Diese Tests werden an die Schulen geliefert. Hartinger

Die Organisation der Tests ist Sache des Bundes, Gebrüder Weiss holt die Ware dann in Wien ab und bringt sie ins westlichste Bundesland. „Die Beschaffung ab China ist mühsam, weil die Verfügbarkeit des Frachtraums zum einen nicht gegeben ist. Zum anderen ist derzeit gerade chinesisches Neujahr und viele Arbeiter verlassen die Fabriken, um in die Heimat zu gehen. Ob und wann sie zurückkommen, ist oft nicht sicher. Das Bundesministerium hat mit der Beschaffung durchaus seine Schwierigkeiten“, erklärt David Huka, Vertriebsleiter der Gebrüder Weiss in Lauterach und somit für die logistische Abwicklung zuständig. Daher ist auch nicht wöchentlich gesichert, dass die geforderte Menge auch tatsächlich in Wien eintrifft und dann weiter nach Vorarlberg gebracht werden kann.

Christoph Neyer ist der verantwortlicher Koordinator der Anti-Corona-Maßnahmen in der Bildungsdirektion.<span class="copyright"> Hartinger</span>
Christoph Neyer ist der verantwortlicher Koordinator der Anti-Corona-Maßnahmen in der Bildungsdirektion. Hartinger

Mit Abholung, Kommissionierung und Auslieferung dauert der Weg von Wien bis in die Vorarlberger Schulen bis zu drei Tage. Ob eine neue Lieferung zur Abholung bereitsteht, wird immer kurzfristig und aktuell vom Bundesministerium an die Spediteure kommuniziert.

Leichte Handhabung

So sind es in dieser Woche nur 40.000 Testkits die ausgeliefert werden können. Aufgrund des Lockdowns und nicht vollbesetzter Schulen reicht dies zunächst aus. Nach den Ferien sollen aber die versprochenen 62.000 Kits an die Schulen geliefert werden, damit alle Schüler sowie Lehrkörper und Verwaltungspersonal getestet werden können.

Mit Erklärvideos soll die Durchführung erleichtert werden. <span class="copyright">Hartinger</span>
Mit Erklärvideos soll die Durchführung erleichtert werden. Hartinger

Die Tests basieren auf Freiwilligkeit, wobei Volks- und Sonderschulkinder die Kits mit nach Hause nehmen, um sich dort zu testen. In den anderen Schulen wird einmal wöchentlich im Klassenzimmer getestet. Die Schüler werden von den Lehrern angeleitet, und auch ein Video soll bei der Handhabung helfen. Die Vorgehensweise ist deutlich angenehmer als bei den Antigentests und somit Kindern durchaus zumutbar. Nach einer Viertelstunde steht das Ergebnis fest, die gebrauchten Teststäbchen können einfach im Restmüll entsorgt werden. Sollte ein Kind positiv sein, werden die Eltern verständigt und von diesen abgeholt. Gleichzeitig wird das Infektionsteam informiert, die Infektion des Kindes nochmals mittels PCR-Test überprüft, um das Ergebnis zu bestätigen. Sollte das Kind dann aber negativ sein, darf es in die Schule zurückkehren.

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