Allgemein

Dauerbelastung im Krankenhaus

28.01.2021 • 19:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gerade in der Reha verbringen die Patienten viel Zeit im Krankenhaus. <span class="copyright">KHBG/Mathis</span>
Gerade in der Reha verbringen die Patienten viel Zeit im Krankenhaus. KHBG/Mathis

Corona-Pandemie am LKH Rankweil besonders herausfordernd.

Die Lage an Vorarlbergs Spitälern entspannt sich langsam wieder. Das hat Gerald Fleisch, Geschäftsführer der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG), am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz am Landeskrankenhaus Rankweil (LKHR) berichtet. Von Normalität könne man zwar nicht sprechen, allerdings sei diese Woche der Vollbetrieb an den Spitälern wieder aufgenommen worden. Zugleich seien auch alle Operationssäle wieder im Betrieb.

Bei einer Pressekonferenz wurde über die Situation am LKH Rankweil informiert. <span class="copyright">KHBG/Mathis</span>
Bei einer Pressekonferenz wurde über die Situation am LKH Rankweil informiert. KHBG/Mathis

Im Rahmen des Pressegesprächs haben die Verantwortlichen des LKHR über die besonderen Herausforderungen durch die Pandemie in ihrem Haus gesprochen. Immerhin ist das Rankweiler Spital das Schwerpunktkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie in Vorarlberg. Es werden dort viele Menschen betreut, die aufgrund einer psychischen Erkrankung aus dem Tritt gekommen sind. „Unsere Aufgabe ist es, sie auf dem Weg zurück in den Alltag zu unterstützen“, erläuterte Chefarzt Jan Di Pauli.

Wieder mehr Neuaufnahmen

Wider Erwarten habe sich zu Beginn der Pandemie beim ersten Lockdown die Zahl der Neuaufnahmen verringert. So hätten beispielsweise Menschen am Rande des Burnouts fast eine gewisse Entschleunigung erlebt. Viele Patienten seien auch länger von ihrem niedergelassenen Arzt betreut worden. Allerdings habe sich die Lage seitdem deutlich verschärft. Sowohl Depressionen als auch Alkohol- und Suchterkrankungen hätten zugenommen. In den Ambulanzen gebe es einen größeren Zulauf. Der Auslöser für die Krisen hänge häufig unmittelbar mit Corona zusammen – seien es soziale Isolation, Arbeitsplatzverlust oder auch die hohe körperliche und psychische Belastung in vielen Berufsgruppen. Erschwerend komme dazu, dass durch die Pandemie auch die Rahmenbedingungen für die Therapie schwieriger geworden seien.

KHBG-Geschäftsführer Gerald Fleisch, Verwaltungsdirektor Franz Freilinger, Primar Jan di Pauli und Pflegedirektorin Elke Kovatsch (v.l.n.r.). KHBG/Mathis
KHBG-Geschäftsführer Gerald Fleisch, Verwaltungsdirektor Franz Freilinger, Primar Jan di Pauli und Pflegedirektorin Elke Kovatsch (v.l.n.r.). KHBG/Mathis

In Rankweil hätten zudem die Einschränkungen für Besucher gravierendere Auswirkungen als andernorts, berichtete Pflegedirektorin Elke Kovatsch. Unter den Klienten seien vergleichsweise viele „Langlieger“. So könne es durchaus sein, dass Schlaganfallpatienten auf Reha mehrere Wochen betreut werden. Keine oder nur ein Mal wöchentliche Besuche seien für viele eine emotionale Belastung.

Unglaubliches geleistet

Doch nicht nur die Patienten, sondern auch das Personal habe in den vergangenen Monaten stark gelitten. Die Strukturen und gewohnten Abläufe seien durch die Pandemie teilweise über Nacht über den Haufen geworfen worden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten dabei Unglaubliches geleistet, betonte Verwaltungsdirektor Franz Freilinger. Nun gehe es darum, trotz Dauerbelastung weiter durchzuhalten, bis das Virus endgültig eingedämmt sei.