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Entwürfe für neues Rathaus gefragt

29.01.2021 • 19:51 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das für den Neubau des Rathauses vorgesehene Grundstück an der Ecke Radetzkystraße/Diepoldsauer Straße. <span class="copyright">Hartinger</span>
Das für den Neubau des Rathauses vorgesehene Grundstück an der Ecke Radetzkystraße/Diepoldsauer Straße. Hartinger

Neuer Verwaltungssitz soll bis im Frühjahr 2025 fertiggestellt sein.

Die im vergangenen Jahr von der Stadtvertretung beschlossene Entwicklung des Rosenthal-Areals am Eingang zur historischen Innenstadt von Hohenems geht in die nächste Etappe. Vor Kurzem hat die Stadtverwaltung einen EU-weiten Architekturwettbewerb für den Neubau des Rathauses ausgeschrieben. In einem ers­ten Schritt können sich nun Architekturbüros anhand zweier Referenzprojekte bewerben. Maximal 20 Büros kommen in die zweite Runde, die Anfang Juli mit der Sitzung des Preisgerichts enden wird. Die Jury ist hochkarätig besetzt, mit dabei sind unter anderem der frühere St. Galler Kantonsbaumeister Werner Binotto und der Churer Architekt Dieter Jüngling. Für die ersten drei Preise und drei Anerkennungspreise ist eine Gesamtpreisgeldsumme von 51.000 Euro vorgesehen.

„Es soll bis auf wenige Ausnahmen die gesamte Hauptverwaltung an einem Standort zusammengefasst werden.“

Aus der Ausschreibung

Der Baubeginn ist für Frühjahr 2023 anvisiert, die Fertigstellung soll zwei Jahre später erfolgen. Die Baukosten wurden mit 5,1 Millionen Euro veranschlagt.
Wie aus der Ausschreibung hervorgeht, sind die rund 70 Mitarbeiter der Hohenemser Hauptverwaltung derzeit auf vier Standorte aufgeteilt. Im neuen Rathaus soll auf rund 2000 Quadratmetern Nettogrundrissfläche die gesamte Hauptverwaltung wieder an einem Ort zusammengefasst werden, ausgenommen sind die Abteilungen Forstverwaltung, Stadtwerke und Werkhof.

Abteilungen zusammenführen

Laut Angaben der Stadt soll das zukünftige Rathaus „den Arbeitsprozessen der Stadtverwaltung optimal entsprechen, den zukünftigen Platzbedarf der Mitarbeiter abdecken, ein effizientes Zusammenarbeiten der verschiedenen Gruppen und Abteilungen der Hauptverwaltung gewährleisten sowie die bürgernahe und bürgerfreundliche Abwicklung der Dienstleistungen für die Hohenemser Bürger ermöglichen“.

Das alte Rathaus in der Kaiser-Franz-Josef-Straaße hat bald ausgedient. <span class="copyright">Hartinger</span>
Das alte Rathaus in der Kaiser-Franz-Josef-Straaße hat bald ausgedient. Hartinger

Doch auf dem rund 10.000 Quadratmeter großen Rosenthal-Areal wird nicht nur das neue Rathaus Platz finden. Herzstück bleibt die 1890 errichtete, denkmalgeschützte Villa „Iwan und Franziska Rosenthal“. In dem Gebäude, das in der zweiten Jahreshälfte saniert werden soll, wird künftig das Literaturhaus Vorarlberg untergebracht.
Zudem ist neben dem Verwaltungsbau ein öffentlich zugänglicher Park geplant, der mit über 1500 Quadratmetern und historischem Baumbestand zum Erholen einladen soll. Ebenfalls umgesetzt werden soll eine öffentliche Tiefgarage. Darüber hinaus sind Gewerbeeinrichtungen und Wohnungen auf dem Areal geplant. Der Straßenraum an der Kreuzung Radetzkystraße/Diepoldsauer Straße wird neugestaltet, der Verkehr „entschleunigt“, wie es heißt.
Die Weiterentwicklung und Bebauung des Areals fußt auf einem gemeinsamen Planungsprozess der Stadt Hohenems und der Villa Rosenthal GmbH als Grund­eigentümerin. Beschlossen wurde die Sache in einer Stadtvertretungssitzung im Juli 2020.

Kindergarten und Schule „nachhaltig“

Die Stadt Hohenems konnte im Rahmen des Programms „Nachhaltig:Bauen nach Kommunalgebäudeausweis“ 922 von 1000 Punkten für den Neubau der Volksschule Schwefel sowie 951 von 1000 Punkten für den Neubau des Kindergartens Hellbrunnenstraße erreichen.

„Bei beiden Projekten haben wir großen Wert auf die Schonung des Baulandes und der Ressourcen gelegt“, betont Bürgermeister Dieter Egger den Einsatz für eine nachhaltige und schonende Bauweise. Der Kindergarten Hellbrunnenstraße konnte laut Egger gemeinsam mit dem Projektpartner MPREIS „mit dem Ziel einer qualitätsvollen Architektur und einer energieeffizienten und ökologischen Ausführung umgesetzt werden“.

Als „besonders bemerkenswert“ erachtet Bau- und Planungsstadtrat Markus Klien, dass die Stadt bei der Volksschule Schwefel in den Themenblöcken ‚Prozess- und Planungsqualität‘, ‚Gesundheit und Komfort‘ die Maximalpunktzahl erzielen konnte“. Dietmar Lenz, der das Projekt im Rahmen des Servicepaketes „Nachhaltig:Bauen“ des Vorarlberger Gemeindeverbandes begleitet hat, hob die energetisch-ökologischen Highlights beider Neubauten hervor.

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