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Logo-Diskussion: Stein ins Rollen bringen

30.01.2021 • 19:58 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das alternative Logo mit dem Baum statt dem Mohr. <span class="copyright">Hehle</span>
Das alternative Logo mit dem Baum statt dem Mohr. Hehle

Hehle hat mit alternativen Logovorschlag versucht, Lösung anzubieten.

Der Grafikdesigner Vincent Hehle hat einen alternativen Vorschlag entwickelt. „Die Initiative, dieses Logo kritisch zu betrachten, gibt es schon sehr lange. Ich bin Teil eines Gestaltungskollektivs, und wir haben da auch schon oft darüber diskutiert.“ Konkret entstand das alternative Logo im Zuge der Black-Lives-Matter-Bewegung. Hehle bezeichnet sich selbst als Dornbirner mit Leib und Seele. „Und ja, es gehört auch zum Stadtbild und ist sicher ein Teil der Dornbirner Kultur- und Stadtgeschichte.“

Kritisch

Das bedeute aber nicht, dass man es nicht kritisch hinterfragen darf und soll. „Generell geht es mir nicht darum, das Logo an den Pranger zu stellen. Sondern mir ist wichtig, dass man Initiative zeigen kann und auch Lösungen anbietet.“ Die Wogen sind auch zu seinem Vorschlag sehr schnell hochgegangen. Aber Hehle betont, dass dieser Prozess wichtig sei. Denn nicht wenige Leute haben sich damit auseinandergesetzt und versucht auch die unterschiedlichen Blickwinkel wahrzunehmen. „Ich wollte den Stein ins Rollen bringen. Nicht mehr und nicht weniger.“

<span class="copyright">Hehle</span>
Hehle

Es gehe vor allem darum, dass die Gesellschaft sensibel mit solchen Themen umgeht. Denn: „Sprache schafft Wirklichkeit. Wenn wir so tun, als wäre das etwas Normales, dann ist es auch normal. Aber es ist auf jeden Fall politisch und aufgeladen.“ Hehle will niemandem etwas unterstellen. Weder dem Unternehmen noch den Fans des Bieres.
Der Name Mohr steht laut Hehle an sich nicht zur Debatte. Denn dieser gehe auf den Firmengründer zurück. Wobei die Eigentümerfamilie mittlerweile auch anders heißt.
„Das Problem liegt generell in der Dynamik. Der Name Mohrenbräu in Kombination mit dem vorhandenen Logo birgt ein enormes Konfliktpotenzial. Das sehen viele ganz klar so. Andere wollen oder können das nicht einsehen. Da gehen die Meinungen diametral auseinander.“