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Erste Tumulte bei Corona-“Spaziergang”

31.01.2021 • 14:01 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Erste Tumulte bei Corona-"Spaziergang"

Trotz Untersagung versammelten sich in Wien Gegner der Maßnahmen.

Die geplanten großen Protestkundgebung der Corona-Maßnahmen-Gegner in Wien sind zwar untersagt. Dennoch sammelten sich Sonntagmittag beim Maria Theresien Platz einige hundert Menschen – für einen “Spaziergang” über den Ring. Da weder Masken getragen noch Abstände eingehalten wurden und die Stimmung zunehmend aggressiv wurde – die “Spaziergänger” stürmten den Ring – verlangte die Polizei die Auflösung binnen 15 Minuten.

In der laut Polizei rund 400 Menschen großen – und ständig wachsenden – Menge waren auch wieder Rechtsextreme, Hooligans und sogenannte Querdenker zu sehen. Das oberösterreichische Busunternehmen, das schon vor zwei Wochen für Demo-Fahrten beworben hatte, hatte offensichtlich auch wieder Leute nach Wien gebracht.

Aggressiv war die Stimmung dnn am frühen Nachmittag. Nachdem die mehrere hundert “Spaziergänger” – darunter wieder Vertreter des rechtens Randes, Hooligans und sogenannte Querdenker – der Aufforderung zur Auflösung nicht folgten, sondern sich in Bewegung setzten, sperrte die Polizei ihre Routen. Die Polizei führte einzelne Teilnehmer aus der Menge ab, es gab kleinere Tumulte.

Friedlicher Beginn der “Prozession”

Begonnen hatte das Kundgebungsgeschehen klein, friedlich und mit hervorgestrichenem Religionsbezug. Bei einer angemeldeten Versammlung hatten sich im Wiener Volksgarten – unter weitgehender Einhaltung von Abstands- und Maskenregeln – rund 40 Menschen eingefunden. Die Erzdiözese Wien hatte im Vorfeld vor als “christliche Prozession” getarnten Demos gewarnt und solchen “Missbrauch von Religion und Religionsfreiheit” abgelehnt.

Die Volksgarten-Spaziergänger gruppierten sich denn auch locker um ein Plakat mit der Aufschrift “Österreich ist frei – Jesus ist König”. Peter Steinbacher, der Gründer von “Hallelujah TV” – das sich in den Sozialen Netzen gegen Corona-Maßnahmen stark macht – lud nach kurzer Ansprache alle ein, am Mikro über Jesus zu reden und für das Land zu beten.

“Eine Demo wird auch durch religiöse Staffage nicht zu einer Prozession, sondern bleibt eine Demo. Katholiken sollten bei diesem Etikettenschwindel nicht mitmachen”, hatte der Sprecher der Erzdiözese Wien, Michael Prüller, Sonntagfrüh via Kathpress gewarnt – angesichts von Aufrufen im Internet für pseudoreligiöse Veranstaltungen im Umfeld von behördlich nicht genehmigten Demos.Poliz

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