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Lockdown wird vorsichtig gelockert

31.01.2021 • 14:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kurz, Anschober
Kurz, Anschober APA/Hans Punz

Schulen und Geschäfte sollen am 8. Februar wieder aufsperren.

Die Bundesregierung will nach Informationen der Kleinen Zeitung den am Stefanitag verhängten Lockdown vorsichtig lockern. Wie in Koalitionskreisen verlautet, sollen bei dem für Montag um 13 Uhr angesetzten Corona-Krisengipfel der Bundesregierung unter Einbindung der Landeshauptleute und führender Virologen und Modellrechner „mögliche Öffnungsschritte bei Schulen und im Handel“ erwogen werden. Der Vormarsch der Mutationen lasse, wird beteuert und bedauert, großzügigere Lockerungen nicht zu.

Dem Vernehmen nach könnten ab dem 8. Februar neben Schulen und Geschäfte auch körpernahe Dienstleister wie Friseure, Masseure, Fußpfleger und Nagelstudios wieder aufsperren. Auch die Museen sind im Gespräche. Im Gegenzug sollen verstärkte Einreiseregeln (Testpflicht) und Grenzkontrollen fixiert werden. Auch sollen die Testkapazitäten wie auch das Monitoring von Kläranlagen ausgeweitet werden.

Was das für Schulen genau bedeutet, ist noch offen. Um die Schulen auszudünnen, wird die Einführung eines Schichtbetriebs erwogen. SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner hat sich am Samstag für die Rückkehr zum Präsenzunterricht ausgesprochen. Die Oppositionschefs sind am Montag um 11 Uhr ins Kanzleramt geladen.

Bundeskanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober warnen in einer Aussendung vor falschen Erwartungen. „Die Mutationen bremsen eine vollkommene Lockerung.“, so der Kanzler. „Wir werden unter Berücksichtigung der Infektionslage sowie der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Situation über den Plan für die Zeit nach dem 8. Februar entscheiden. Einmal mehr wird dabei wieder die Verantwortung jedes Einzelnen im Land eine wichtige Rolle spielen.“ Anschober: „Die letzten Wochen waren für uns alle eine schwierige Zeit. Gemeinsam mit Experten wollen wir noch einmal beraten, wie wir sehr vorsichtig und kontrolliert in ersten Bereichen Öffnungen schaffen können, ohne ein zu hohes Risiko einzugehen.“

Mutation bereits zweistellig in Ostösterreich

Besonders Kopfzerbrechen bereitet der Regierung der Vormarsch der Mutationen, die nach Aussagen des Modellrechners Niki Popper derzeit in Form von Clustern im ganzen Land bereits anzutreffen sind. In Ostösterreich sei davon auszugehen, heißt es in Regierungskreisen, dass sich der Anteil des Briten-Virus an den Neuinfektionen im zweistelligen Prozentbereich befinde, in West-Österreich sei der Anteil noch im einstelligen Prozentbereich (acht Prozent in Tirol).