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Öffnung wird im Ländle begrüßt

01.02.2021 • 22:55 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
In den Schulen wird es nach den Ferien wieder Präsenzunterricht geben.<span class="copyright"> Symbolbild/Hartinger</span>
In den Schulen wird es nach den Ferien wieder Präsenzunterricht geben. Symbolbild/Hartinger

Landeshauptmann Wallner hält Lockerungen für wichtigen Schritt.

Positiv aufgenommen wurden die von der Bundesregierung angekündigten Lockerungsmaßnahmen naturgemäß auch in Vorarlberg. Zugleich wurden aber auch Forderungen nach besserer Planung und mehr Klarheit für die Wirtschaft laut.

Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) berichtete am Montagabend von intensiven Expertendiskussionen, die man in Wien geführt habe. Schlussendlich hätten sich die Landeshauptleute und die Bundesregierung dafür entschieden, vorsichtige Öffnungsschritte zu setzen. Im Bereich der Schulen sei es besonders wichtig gewesen, ein entsprechendes Signal zu setzen. Dabei gehe es nicht nur um Bildungsfragen, sondern den Kindern und Jugendlichen müssten nach langer Zeit im Distance Learning wieder soziale Kontakte ermöglicht werden. Viele Betroffene seien mittlerweile „am Anschlag“.

Landeshauptmann Markus Wallner war am Montag auch an den Gesprächen in Wien beteiligt. <span class="copyright">Archiv/Hartinger</span>
Landeshauptmann Markus Wallner war am Montag auch an den Gesprächen in Wien beteiligt. Archiv/Hartinger

Ähnlich sei die Lage im Handel und auch in den körpernahen Dienstleistungen. Hier gehe es mittlerweile um Existenzen. Darum habe man sich auf die gestern präsentierten Lockerungen geeinigt. Allerings gelte es, weiter vorsichtig zu bleiben. Gerade auch im Hinblick auf die mittlerweile aufgetauchten Mutationen des Coronavirus.

Öffnung in anderen Bereichen noch kein Thema

In anderen Bereichen wie etwa der Gastronomie oder Hotellerie sei eine Öffnung derzeit noch kein Thema. Hier werde man – wie zugesagt – in zwei Wochen die nächste Bewertung vornehmen und auch mit den Verantwortlichen in Kontakt treten.

Eine Prognose hinsichtlich der weiteren Entwicklung – auch im Bezug auf den Frühling – ist aus Sicht des Landeshauptmannes schwierig. Seine Hoffnungen liegen auf den Impfungen. Denn diese könnten, wenn es mit den Impfstofflieferungen klappe, ab dem zweiten Quartal richtig ins Laufen kommen.

Wirtschaftskammer-Präsident Hans Peter Metzler fordert eine Perspektive für die noch geschlossenen Branchen. <span class="copyright">vol.at</span>
Wirtschaftskammer-Präsident Hans Peter Metzler fordert eine Perspektive für die noch geschlossenen Branchen. vol.at

Wirtschaftskammer-Präsident Hans Peter Metzler bezeichnete die gestern präsentierten Öffnungsschritte als „richtig und notwendig“. Diese schafften Vertrauen und seien sowohl psychologisch als auch wirtschaftlich entscheidend für Tausende Existenzen. Es gehe darum, die richtige Balance zwischen Gesundheit, Wirtschaft und Psychologie zu finden. Bezüglich der Eintrittstests bei den körpernahen Dienstleistern wie Friseuren brauche es schnell klare Regelungen.

Die Öffnung des Handels kann aus Sicht von Metzler jedoch nur ein erster Schritt sein. Immerhin seien noch viele andere Branchen im Lockdown. Die Verantwortlichen bräuchten entsprechende Perspektiven.

Die Vorarlberger Neos-Landtagsriege: Johannes Gasser, Parteichefin Sabine Scheffknecht und Garry Thür. <span class="copyright">Archiv/Neos</span>
Die Vorarlberger Neos-Landtagsriege: Johannes Gasser, Parteichefin Sabine Scheffknecht und Garry Thür. Archiv/Neos

Vorarlbergs Neos bewerteten die Öffnungsschritte zwar positiv, aber sich äußerten auch Kritik an der Vorgehensweise der Bundesregierung. Parteichefin Sabine Scheffknecht begrüßte die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts an den Schulen. Der Schichtbetrieb sei allerdings ein „Super-GAU für alle Beteiligten“. Oberste Priorität müsse nun den Maturantinnen und Maturanten gelten. Diese bräuchten einen klaren Fahrplan. Die angekündigten zwei Tage Präsenzunterricht pro Woche seien zu wenig für die Maturavorbereitung. Außerdem müsse klargestellt werden, welche Lerninhalte für die Matura notwendig seien und welche nicht. Aus Sicht von Scheffknecht braucht es endlich einen langfristigen Plan, wie es in den kommenden Monaten in den Schulen weitergehen soll. Auch knapp ein Jahr nach der Beginn der Krise sei die Regierung noch nicht von ihrer Ankündigungspolitik ohne Umsetzungsdetails abgekommen. Dies sei „unsäglich“, betonte die Parteichefin.
Selbiges trifft nach Meinung von Scheffknechts Partei- und Landtagskollegen Garry Thür auch auf die Wirtschaft zu. Neben den Lockerungen müssten den Unternehmerinnen und Unternehmern Perspektiven gegeben werden. Dabei nahm er auch die Landesregierung in die Pflicht. Diese habe offenbar immer noch keinen Plan, wie es in den kommenden Monaten weitergehen soll. Angesichts der Arbeitslosenzahlen sei dies beunruhigend.

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