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Proben für ein Konzert, das dann nie kam

04.02.2021 • 14:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ein Bild aus besseren Tagen: Die Stadtkapelle Dornbirn-Haselstauden. <span class="copyright">Handout</span>
Ein Bild aus besseren Tagen: Die Stadtkapelle Dornbirn-Haselstauden. Handout

Manfred Willam über Auswirkungen von Corona auf „Schottar Musig“.

Die Musik der heimischen Stadtkapellen ist ein fixer Bestandteil der Vorarlberger Kulturlandschaft. Und doch stehen auch sie aufgrund der Corona-Krise und den damit einhergehenden Regierungsmaßnahmen seit fast einem Jahr still. So auch die Haselstauder „Schottar Musig“.

Für den Musik-Verein herrschen die klaren Richtlinien des österreichischen Blasmusikverbandes und diese weisen darauf hin, dass das Proben in einer so großen Gruppe derzeit schlichtweg nicht möglich ist. Und das soll auch vorerst so bleiben.

„Nur im Sommer waren uns aufgrund der Lockerungen einige wenige Proben möglich. Hoffnungsvoll begannen wir für unser alljährliches Konzert zu üben“, erklärt Manfred Willam, Obmann der Stadtkapelle Dornbirn-Haselstauden. Doch auch dieser Traum sollte schnell wieder platzen, es folgten die Lockdowns zwei und drei.

Manfred Willam, Obmann der Stadtkapelle Dornbirn-Haselstauden, über die Auswirkungen der Corona-Krise auf die "Schottar Musig". <span class="copyright">Handout</span>
Manfred Willam, Obmann der Stadtkapelle Dornbirn-Haselstauden, über die Auswirkungen der Corona-Krise auf die "Schottar Musig". Handout

Flyer statt Haussammlungen

Doch nicht nur was die Proben angeht, muss die Haselstauder Stadtkapelle, zurückstecken. Auch die traditionellen Haussammlungen können in Zeiten der Pandemie nicht stattfinden. „Das ist natürlich sehr schade. Denn dabei geht es um mehr als nur das Sammeln von Spenden. Man kennt sich und nimmt diese oft auch als Grund, mal wieder zusammenzusitzen.“

Anstelle dieses persönlichen Austausches gibt es deswegen heuer nur Flyer zu den Spendenaufrufen im eigenen Briefkasten zu finden. Und auch wenn es keine gleichwertige Alternative zu den persönlichen Besuchen der Mitglieder darstellt, hoffen wohl alle Musikkapellen gleichermaßen auf zahlreiche Spenden. Denn auch finanziell gesehen ist die Corona-Zeit für sie alles andere als eine leichte.

„Gerade während des ersten Lockdowns nutzten viele unserer Musiker die Pause, um an ihren Instrumenten einen Service durchführen zu lassen“, erklärt Willam eine der Ausgabequellen währen der Corona-Zeit. Dazu kamen außerdem die Kosten der Trachten für neue Mitglieder, neben weiteren Fixkosten. „Trotz Förderungen bewegten wir uns 2020 also in den roten Zahlen.“

Und der Obmann gibt die Hoffnung noch lange nicht auf: „Wir wollen wieder gehört werden!“ <span class="copyright">Handout</span>
Und der Obmann gibt die Hoffnung noch lange nicht auf: „Wir wollen wieder gehört werden!“ Handout

„Wollen gehört werden!“

Sorgen macht sich Willam jedoch auch darüber, wie es nach der Krise weitergehen soll. Er befürchtet negative Folgen aufgrund der für so lange Zeit ausgebliebenen Proben.

„Ich wage nicht zu behaupten, dass jeder aus Eigeninitiative zu Hause alleine weitergeübt hat. Vor allem hoffe ich jedoch, dass uns keine Mitglieder verloren gehen, weil sie über die lange Zeit hinweg gänzlich das Interesse an der Musik verloren haben.“

Bislang blieben jedoch alle Mitglieder der „Schottar Musig“ treu, wie Willam stolz berichtet. Und der Obmann gibt die Hoffnung noch lange nicht auf: „Wir hoffen, so schnell wie möglich zur traditionellen Blasmusik zurückfinden und wieder nach draußen zu den Menschen gehen zu können. Wir wollen wieder gehört werden!“

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