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Pipeline wird im Herbst ausgebaut

07.02.2021 • 18:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
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Stiplovsek

Ausbau nach der Mili ist geplant. Mehr Platz für die Bregenzer.

Der Bodensee ist ein beliebtes Naherholungsgebiet. Im Gegensatz zu den Uferbereichen in Deutschland und der Schweiz ist in Vorarlberg der freie Seezugang gesichert. Nicht nur das, investieren die Bodenseegemeinden auch viel in den Ausbau der Infrastruktur zur Nutzung der Bereiche durch die Bevölkerung.
Eine solcher Ausbau wird auch in diesem Jahr an der Pipeline zwischen Bregenz und Lochau vonstattengehen. Wie der neue Bregenzer Baustadtrat Robert Pockenauer (kleines Bild) der NEUE am Sonntag exklusiv verrät, soll diesen Herbst mit dem zweiten Bauabschnitt zum Ausbau des Uferweges an der Pipeline begonnen werden. In einer ersten Bauetappe wurde bis zur Badeanstalt „Mili“ bereits eine Flachwasserzone mit Steg und Liegeflächen errichtet. Nun werden im zweiten abschnitt ab der Mili weitere 515 Meter, etwa bis zum türkischen Konsulat, erschlossen.
„Fahrrad- und Fußgängerweg werden getrennt, dazwischen eine Grünzone zum Verweilen eingezogen“, erklärt Pockenauer. Der Fahrradweg wird fünf Meter breit sein, während Fußgängerweg und Grünfläche jeweils drei Meter breit sein werden.

Bürgermeister Ritsch und Stadtrat Pockenauer bei der Erläuterung der Pläne. <span class="copyright">Hartinger</span>
Bürgermeister Ritsch und Stadtrat Pockenauer bei der Erläuterung der Pläne. Hartinger

Steil abfallend

Allerdings kann nicht wie im vorderen Bereich eine durchgängige Flachwasserzone aufgeschüttet werden. Dies reicht „nur“ bis zum Badehäuschen, danach fällt der Bereich sehr steil ab, wodurch eine Aufschüttung nicht mehr in Frage kommt. In diesem Bereich werden Piloten in die Erde gestampft und eine Ufermauer hochgezogen. Dadurch wird die Fläche, die für Geh- und Radweg benötigt wird, erschlossen. Aufgrund der horizontalen Bewegungen in etwa zehn Metern Tiefe ist diese Ufermauer ein Hohlkörper, was bei Bewegung des Untergrundes Verschiebungen verhindern soll.
In etwa auf der Höhe des Cafés Melanie wird außerdem ein Steg ins Wasser führen, ähnlich jenem im Bereich weiter vorne. Eine WC-Anlage wird ebenfalls dort errichtet. Die Abgänge zum See werden mit einer zweiseitigen Betonstiege erschlossen, die an der Mauer hochgezogen wird.

6,3 Millionen Euro

Die Kosten für den Ausbau liegen bei 6,3 Millionen Euro, wobei ein Großteil des Betrags durch Förderungen abgedeckt werden soll. Zum einen gibt es vonseiten des Landes eine Unterstützung für den Ausbau von Radwegen, zum anderen gibt es für die Erschließung des Naturraumes eine Klima-Aktiv-Bundesförderung. Über die Höhe der Subventionen wird derzeit noch verhandelt, eine Übernahme bis zu 70 Prozent der Kosten wäre im Bereich des Möglichen.
Neben der Förderung ist zum derzeitigen Zeitpunkt auch die Zufahrt zur Baustelle ungeklärt. Zu diesem Zweck steht die Stadt in Verhandlungen mit den ÖBB. „Wir müssen beim Strandbad Lochau mit den Lkw zufahren und da muss dann auch baulich etwas gemacht werden. Den Übergang beim Café Melanie können wir nicht nutzen, weil er zu schmal ist und von der Bregenzer Seite kommen wir nicht rein, weil wir dadurch das zerstören würden, was wir im ersten Bauabschnitt errichtet haben“, erklärt Pockenauer. In der kommenden Woche soll laut Bürgermeister Michael Ritsch eine Einigung mit den ÖBB erzielt werden.

Umleitung auf L 190

Sobald diese Vereinbarung steht, wird die Bauausführung ausgeschrieben. Die Bauleitung liegt bei der Stadt.
Aufgrund des Wasserstandes und anderer Auflagen kommt für die Umsetzung nur der Zeitraum zwischen dem 1. Oktober 2021 und dem 31. März 2022 infrage. Während der Bauarbeiten muss der Rad- und Fußverkehr in diesem Abschnitt auf die L 190 umgeleitet werden. Einen Beschluss zum Ausbau der Pipeline gibt es aus der Stadtvertretung bereits. Nun muss das Projekt noch in den Bauausschuss. Widerstand vonseiten der anderen Parteien erwarten sich Pockenauer und Ritsch aufgrund des Stadtvertretungsbeschlusses nicht. Außerdem wurde der Kos­tenpunkt im Budget vermerkt und das bekam bekanntermaßen ebenfalls eine Mehrheit in der Stadtvertretung.

Ausbau pipline

Länge des Bauabschnitts: 515 Meter

Gesamtkosten: 6,3 Millionen Euro

Geplanter Baubeginn: 01.10.2021

Fahrradweg: 5 Meter

Gehweg: 3 Meter

Grünfläche: 3 Meter

Extras: Holzsteg und WC-Anlage auf der Höhe des Café Melanie

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