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Doch keine Haft nach Sex mit Jugendlicher

09.02.2021 • 20:01 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bei der Berufungsverhandlung gestern am Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) wurde die Strafe des 42-Jährigen deutlich verringert. <span class="copyright">Symbolbild/Klaus Hartinger</span>
Bei der Berufungsverhandlung gestern am Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) wurde die Strafe des 42-Jährigen deutlich verringert. Symbolbild/Klaus Hartinger

Ein Monat Gefängnis in erster Instanz nach bezahltem Sex mit 14-Jähriger.

Der geständige Unternehmer aus Vorarlberg hatte am 28. November 2019 in der Schweiz Sex mit einer 14-jährigen Schweizerin und bezahlte ihr dafür 500 Euro.
Deswegen wurde der unbescholtene Angeklagte im Oktober 2020 am Landesgericht Feldkirch zu einer teilbedingten Haftstrafe von sieben Monaten verurteilt. Davon betrug der unbedingte, zu verbüßende Teil einen Monat Gefängnis. Zudem wurde er dazu verpflichtet, dem mittlerweile 15-jährigen Mädchen als Schmerzengeld 3100 Euro zukommen zu lassen.

Keine Haftstrafe

Nun muss der 42-Jährige aber doch nicht ins Gefängnis. Denn bei der Berufungsverhandlung gestern am Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) wurde die Strafe deutlich verringert.
Die Berufungsrichter gewährten dem Angeklagten eine bedingte, nicht zu verbüßende Haftstrafe von vier Monaten und eine unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Geldstrafe von 3600 Euro (180 Tagessätze zu je 20 Euro). Das teilte OLG-Sprecher Wigbert Zimmermann auf Anfrage mit. Das Urteil ist rechtskräftig.
Der Schuldspruch erfolgte wegen des Vergehens des sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen. Dafür beträgt der Strafrahmen null bis drei Jahre Gefängnis.
Der Gesetzgeber stellt entgeltlichen Sex mit bis zu 17-jährigen Jugendlichen unter Strafe. Damit sollen Jugendliche in ihrer sexuellen Entwicklung vor Ausbeutung geschützt werden, auch vor sich selbst.
Die in zweiter Instanz festgelegte kombinierte Strafe entspricht den in erster Instanz verhängten sieben Monaten Haft. Allerdings waren die OLG-Richter der Ansicht, dass ein Haftaufenthalt eine zu strenge Sanktion wäre. Bei der Innsbrucker Verhandlung wurde der Strafberufung des Angeklagten Folge gegeben.

Hintergrund

Der Mann und das Mädchen haben sich im August 2019 auf einer Schweizer Internetseite kennengelernt, die sexuelle Kontakte zwischen jungen Frauen und Männern vermittelt. Beim Chatten auf Whatsapp gab die 14-Jährige ihr Alter mit 16 Jahren an.
Dennoch verabredete sich der Vater von mehreren Kindern mit dem Mädchen zum Sex gegen Entlohnung. Bei einem Schweizer Bahnhof hatte der Unternehmer auf der Rückbank seines Autos Oralsex mit der Minderjährigen und nahm außerdem auch weitere sexuelle Handlungen an ihr vor.
Was er getan habe, tue ihm leid, erklärte der 42-jährige Angeklagte. Für ihn stehe viel auf dem Spiel, familiär und beruflich. Er werde sich einer Psychotherapie unterziehen. Auch das Mädchen nimmt Psychotherapie in Anspruch.

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