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Kärntner Skiurlaub als „Seminar“

09.02.2021 • 17:12 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Kärntner Skiurlaub als „Seminar“

Wohnsitz-Schmäh: Zweitwohnsitz-Kontrollen werden verschärft.

Reihenweise nicht-Kärntner Autokennzeichen vor Apartmenthäusern und Almütten in Kärntens Skigebieten. Und jede Woche andere. Wie kann das sein? Das laut Corona-Notverordnung geltende Beherbergungsverbot wird in Kärnten derzeit offenbar nicht allerorts eingehalten. Die Anzeigen häufen sich, Polizei und Bezirksverwaltungsbehörden machen verstärkt „Aktion scharf“.

Das Problem war nach der Weihnachts- und Neujahrszeit wieder verflacht. Jetzt, in den Semesterferien, poppt es wieder auf. Und schürt nicht nur Aggressionen und Infektionen, sondern bedeutet eine Schlechterstellung der gewerblichen Beherbergungsbetriebe gegenüber Privaten. Die einen haben zu, die anderen offen.

“Anmeldungen vervielfacht”

Josef Petritsch, Obmann der WK-Sparte Tourismus, beobachtet, dass sich „in einzelnen Kärntner Gemeinden Zweitwohnsitz-Anmeldungen vervielfachen“. Zum Teil sind in ein und dem selben Apartment 30 Nebenwohnsitze gemeldet. Dabei gilt das Beherbergungsverbot für touristische Anlässe nicht nur für gewerbliche und Privatzimmer-Vermieter, sondern auch für – Private. Egal, ob (Airbnb-)Wohnung, Chalet oder Hütte. Egal, ob zur „entgeltlichen“ oder „unentgeltlichen Unterbringung“ von Gästen.

Plötzlich ist es da: das “dringende Wohnbedürfnis”

Nur Gäste, die wegen unaufschiebbarer beruflicher Gründe anreisen oder ein dringendes Wohnbedürfnis haben, dürfen beherbergt werden. Ausnahmen, die zu abenteuerlichen Vortäuschungen verwendet werden. Wolfgang Kuttnig, Hotellerie-Spartengeschäftsführer, weiß von „einwöchigen Mietverträgen für Ferienwohnungen“ und von erfundenen Seminaren, die als „beruflicher Bewerbergungszweck“ genannt werden. Zuletzt kam ihm ein „Seminar“ in einem Kärntner Skigebiet zu Ohren, das ohne Thema wohl aber mit Familie, Freuden und Kleinkindern abgehalten worden sein soll.

„Das ist strafbar“, sagt Hotelleriesprecher Sigi Moerisch. Umgehungen des Betretungsverbots kann den Vermieter bis zu 30.000 Euro kosten, den Gästen bis zu 1450 Euro.

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