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Tests stellen Apotheken vor Probleme

09.02.2021 • 19:18 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Kapazitäten sind im Grenzbereich. Auch Apotheken sind nun mit an Board. <span class="copyright">Hartinger</span>
Die Kapazitäten sind im Grenzbereich. Auch Apotheken sind nun mit an Board. Hartinger

Angebot ist überschaubar: räumlich und personell sind Grenzen gesetzt.

Der harte Lockdown ist seit Montag vorüber. Handel und körpernahe Dienst­leis­ter haben wieder offen. Doch die Vorgabe, dass Kunden und Dienstleister einen Test vorweisen müssen, der nicht älter ist als 48 Stunden, hat das Testsystem des Landes mehr als nur gefordert. In den offiziellen Teststraßen und -einrichtungen liegen die derzeitigen Wartezeiten zwischen drei und fünf Tagen. Die Nachfrage ist riesig. Das sagen auch die Apotheken im Land. Insgesamt 17 der 52 Apotheken bieten im Moment Gratistests an. Eine davon ist die Stadt­apo­theke in Dornbirn. „Es gibt eine lange Warteliste. Wir testen im Fünf-Minuten-Takt“, wie eine Mitarbeiterin der Apotheke betont. Das Ganze passiert unter Einhaltung aller Sicherheitsvorgaben. „Unser Chef hatte Corona, ist mit voller Schutzausrüs­tung im Dauereinsatz und ist auch bereits geimpft“, ergänzt die Mitarbeiterin. Die Anmeldungen erfolgen telefonisch. 20 Minuten nach dem Test hat man das Ergebnis.

Bregenzer Apotheken testen noch nicht

Die Stadtapotheke in Bregenz bietet keine Tests an. „Bei uns liegt das derzeit an den fehlenden Kapazitäten. Wir haben einen Umbau und sind deshalb räumlich eingeschränkt. Aber auch personell können wir das nicht stemmen“, betont Inhaber Werner Braun. Generell kann so ein Test nur von einem Apotheker oder Mediziner durchgeführt werden. Zudem braucht es einen zusätzlichen Raum, der einen eigenen Eingang hat. „Das haben wir leider nicht.“ Braun betont, dass die Verantwortung hier bei den Teststraßen liege. „Die müssen aufgestockt werden. Wir müssen unserer Versorgungspflicht nachkommen. Und ich kann die Apotheke nicht einfach schließen und nur noch testen. Es liegt nicht am Wollen, sondern an den Möglichkeiten und Kapazitäten.“

Große Nachfrage

Die Testterminknappheit überrascht doch einige. Denn es war absehbar, dass die Nachfrage mit der Lockerung des Lockdowns und den damit verbundenen Vorgaben steigen wird. „Also absehbar ist ein dehnbarer Begriff. Die Verordnung ist letzten Dienstag publik geworden. Und ab Dienstagabend haben wir Maßnahmen gesetzt, um von 20.000 auf 50.000 Testmöglichkeiten pro Woche aufzustocken“, betont Roland Gozzi vom Roten Kreuz. Und jetzt sei man am Limit. „Das liegt vor allem am medizinischen Personal. Wir können keines mehr abziehen. Wir haben Mann und Maus mobilisiert.“ Generell betont Gozzi, dass die Situation sich nicht so schnell entspannen werde. „Ab kommender Woche kommen die Lehrer dazu, das sind dann noch mal 10.000 Tests pro Woche. Auch die Pendler darf man nicht vergessen.“ Die Tatsache, dass Apotheken auch testen, begrüßt Gozzi. „Es hilft uns natürlich schon. Aber es sind derzeit ja nur ein paar hundert Personen, die da getestet werden können. Je mehr testen, desto besser für uns und für alle.“

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