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Banken-Sprecher schlägt Alarm

10.02.2021 • 19:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Werner Böhler. <span class="copyright">Rhomberg</span>
Werner Böhler. Rhomberg

Banken brauchen flexible Lösungen, um starke Partner zu sein.

Werner Böhler, WKV-Obmann der Sparte Bank und Versicherung, betont, dass es zur Bewältigung der Krise Verbündete braucht. Das sind neben den Regulatoren insbesondere die Politik und vor allem die Kunden, denen Vorarlbergs Regionalbanken mit Offenheit gegenübertreten, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Nicht der Einzelfall bereite Sorgen, sondern die Summe der auftretenden Risikokosten.

Entlastung durch Stundung

„Durch Stundungen können wir vielen Unternehmen eine enorme Entlastung bieten. Wenn die Stundungen aber durch den Wegfall der Forbearance-Erleichterungen zum Problem der Banken werden, dann sind auch uns die Hände gebunden, großzügig Stundungen zu gewähren. Da muss unbedingt eine Sondersituation weitergeführt werden“, sagt Spartenobmann Böhler und führt aus: „In der noch dauernden Pandemiesituation ist das Forbearance-Instrumentarium nicht nur unbrauchbar, sondern sogar schädlich. Banken könnten dadurch ihrem Auftrag, in dieser Zeit Partner der Wirtschaft zu sein, was sie bislang nachweislich unter Beweis gestellt haben, nicht mehr nachkommen.“ Der mit Ende September 2020 ausgelaufene Forbearance-Schutz der einschlägigen Guidelines zu Moratorien sollte in Anbetracht der veränderten Situation neuerlich eingeführt werden oder alternative, ebenso effektive Aufsichtsmaßnahmen angedacht werden.

Schwierige Situation

Die Vorarlberger Banken hätten sich darüber hinaus in dieser schwierigen Situation als verlässliche Partner der Wirtschaft erwiesen und seien Teil der Lösung: „Dennoch haben sich die Anforderungen an die Kreditinstitute verschärft. So muss beispielsweise zukünftig das Auslaufen gewährter Unterstützungsmaßnahmen und die dadurch erhöhten Verpflichtungen vollständig berücksichtigt werden.“ Auch wurden die Banken jüngst verpflichtet, „ein effektives Risikomanagement zu implementieren, das es ihnen ermöglicht, ein von der Krise betroffenes, aber grundsätzlich gesundes Unternehmen von nicht lebensfähigen Unternehmen zu unterscheiden.“ Dies sei nun erforderlich, aber hinderlich bei der Suche nach gemeinsamen Lösungen mit den betroffenen Kunden.

Zahlungen vom Bund

Mit heutigem Wissen wurden die vom Bund verbürgten Corona-Finanzierungen mit einer deutlich zu geringen Laufzeit vergeben, was zu erhöhten Rückzahlungsbelas­tungen der Unternehmen führt. Hier wären dringend Verlängerungen der Laufzeit dieser Kredite erforderlich, um die Unternehmen zu entlasten.
„Forbearance könnte somit für die Dauer der Pandemie überhaupt ausgesetzt werden, weil sie eine Vielzahl anderer wünschenswerter Aufgaben erschwert. Auch andere Regelungen, die in normalen Zeiten durchaus ihre Berechtigung haben, müssen an die Sondersituation angepasst werden, weil ansonsten viele Unternehmen an ihre Grenzen stoßen werden“, sagt der Spartenobmann.