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Haft: Freundin verletzt, bedroht und erpresst

10.02.2021 • 19:49 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gewalt in Beziehungen greife immer mehr um sich und müsse streng bestraft werden, so der Richter. <span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Gewalt in Beziehungen greife immer mehr um sich und müsse streng bestraft werden, so der Richter. Symbolbild/Hartinger

Vorbestrafter 21-Jähriger schuldig ­gesprochen.

Wegen physischer und psychischer Gewalt gegen seine 17-jährige Freundin wurde der mit sechs Vorstrafen belastete 21-Jährige am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten verurteilt. Hinzu kommt ein Monat Haft aus einer offenen Vorstrafe. Damit beträgt die Gesamtstrafe 16 Monate Gefängnis. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Zu Boden gestoßen

Physisch gewalttätig wurde der Arbeitslose aus dem Bezirk Dornbirn nach Ansicht des Richters am 9. Jänner. Demnach hat er seine Freundin drei Mal gestoßen – zu Boden, gegen das Bett und gegen ein Fenster. Dabei wurde die Jugendliche leicht verletzt. Psychisch gewalttätig wurde der 21-Jährige in der Liebesbeziehung laut Urteil zwischen November 2020 und Jänner 2021 mehrmals. Nach den gerichtlichen Feststellungen hat er ihr damit gedroht, sie abzustechen, wenn sie die Polizei rufe. An anderen Tagen soll er zu ihr gesagt haben, er werde sie umbringen, abstechen, zusammenschlagen und fertigmachen.
Strafrechtlich am schwersten wog die vom Gericht angenommene versuchte Erpressung. Der Richter war davon überzeugt, dass er zu ihr gesagt hat, sie werde ihr Handy nur dann zurückbekommen, wenn sie ihm 400 Euro bezahle. Zudem hat der junge Mann, so der Richter, bei einem anderen Vorfall 30 Euro aus ihrer Geldtasche gestohlen.

„Rasch rückfällig“

Der Schuldspruch erfolgte wegen versuchter Erpressung, Körperverletzung, Nötigung und Diebstahls. Der Strafrahmen belief sich auf sechs Monate bis fünf Jahre Gefängnis. Die meisten der sechs Vorstrafen seien einschlägiger Natur, sagte Richter Georg Furtschegger in seiner Urteilsbegründung. Der Angeklagte sei rasch rückfällig geworden. Seit 2016 sei er mehrmals verurteilt worden und habe daraus nichts gelernt.
Freigesprochen wurde der Untersuchungshäftling von der angeklagten versuchten Körperverletzung: Weil er die volle Getränkedose und die Flasche nicht gezielt nach ihr geworfen haben soll.

Richter ortet Missstand

Die strenge Strafe soll nach dem Willen des Strafrichters auch der allgemeinen Abschreckung dienen. Gewalt im sozialen Nahbereich in Beziehungen und Familie sei ein Problem und ein um sich greifender Missstand, sagte ­Furtschegger. Das sei nicht zu tolerieren und müsse von der Justiz konsequent bestraft werden.
Die 17-Jährige sagte als Zeugin, zu den Vorfällen sei es aus ihrer Sicht nur deshalb gekommen, weil er seine Psychopharmaka abgesetzt habe.

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