Allgemein

Die Pläne von Amazon in Kärnten

12.02.2021 • 11:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auf diesen Gründen im Osten Klagenfurts plant Amazon ein Verteillager
Auf diesen Gründen im Osten Klagenfurts plant Amazon ein Verteillager (c) Markus Traussnig (Markus Traussnig)

Online-Riese Amazon plant Verteillager im Osten von Klagenfurt.

Vor zwei Wochen erst wurde bekannt, dass der Online-Multi Amazon im Süden von Graz ein Verteilerzentrum baut. Mit einer Flotte von 440 E-Autos soll von dort aus der Großraum Graz – der in der Amazon-Logik bis Bruck an der Mur reicht – bedient werden. 280 Arbeitsplätze sollen entstehen, man rechnet pro Nacht mit 36 Lastwägen, die die Waren zur weiteren Verteilung anliefern.

Nun bestätigt man im Klagenfurter Rathaus, dass Amazon auch an einem Grundstück in der Landeshauptstadt interessiert ist. Angrenzend an das Magna-Werk im Osten Klagenfurts habe man drei Hektar Grund ins Auge gefasst. Eigentümer des Grundstücks ist die UZ Immobilienbesitz GmbH, ein Unternehmen, das zu 100 Prozent im Eigentum der Stadt Klagenfurt steht.

Der kolportierte Preis für den aufgeschlossenen Quadratmeter Grund mit Industriegebiet-Widmung liegt bei 60 Euro. Zum Vergleich: Wenige hundert Meter entfernt, in der Gemeinde Ebenthal, werden Gewerbegründe um rund 30 Euro pro Quadratmeter verkauft.
Noch gibt man sich im Rathaus verschlossen. Man habe kein offizielles Projekt vorliegen, Anfragen gibt es immer wieder, lässt ein Sprecher von Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz ausrichten. Erst wenn das Projekt unter allen Gesichtspunkten der Stadtentwicklung beurteilt sei, könne man eine Entscheidung treffen. Diese Zurückhaltung lässt sich auch formal gut begründen: Denn wenngleich die UZ Immobilienbesitz GmbH im Eigentum der Stadt steht, bräuchte es für einen Grundverkauf keine Zustimmung des Gemeinderates. Alleine Mathiaschitz als Eigentümervertreterin müsste zustimmen oder ablehnen, wenn ein entsprechendes Angebot vorliegt. Keine leichte Entscheidung – überhaupt in Anbetracht mehrerer Cash-Back-Aktionen, die man im Vorjahr abgewickelt hat.

Bei Amazon bestätigt man, dass ein Verteillager geplant ist, von dem aus „die letzte Meile“ erledigt werden soll. Ein Amazon-Sprecher erklärt: “Die Anlieferung der Pakete aus den Logistikzentren erfolgt vor allem nachts. Mit der Sortierung werden die Routen für die Auslieferung berechnet. Die Pakete und die Routenplanung übergibt Amazon an die jeweiligen lokalen unabhängigen Lieferpartner, die sie an die Kundinnen ausliefern. In einem Verteilzentrum haben wir kein Lager.”

Amazon ist übrigens nicht der einzige Konzern, der ein Auge auf diese Gründe geworfen hat. Auch die Möbelkette XXXLutz wird dort ihr neues Auslieferungslager errichten, jenes in Poggersdorf wird aufgelassen. Auf einer Fläche von 10.000 Quadratmeter sollen 7,5 Millionen Euro investiert werden, 90 Arbeitsplätze im Zuge der Umsiedelung hierher verlegt.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.