Allgemein

Pendler müssen freie Termine suchen

16.02.2021 • 06:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Pendler werden in Hörbranz kontrolliert.<span class="copyright">Roland Paulitsch</span>
Pendler werden in Hörbranz kontrolliert.Roland Paulitsch

Testtermine sind vor allem in den Städten immer noch knapp.

“Ich fahre jeden Tag zum Arbeiten nach Liechtenstein. Und mit dem Testen war das dann gar nicht so einfach“, betont Martin Zerlauth aus Dornbirn. Vor allem die Teststationen in den Städten und in Grenznähe waren ausgebucht. „Ich bin jetzt zwei Mal nach Bezau gefahren, die hatten noch kurzfristige Termine frei. Aber wenn ich 40 Kilometer zum Arbeiten fahre, dann kann ich auch ein paar Kilometer zum Testen fahren“, so Zerlauth. Diese Woche hat er einen Termin in Hohenems ergattert. „Wahrscheinlich waren jetzt schon alle beim Friseur“, scherzt Zerlauth. Aber man muss derzeit immer noch Glück haben oder früh genug dran sein.

In Grenznähe sind Termine rar

Die Teststation in den Städten sind nach wie vor gut ausgebucht. Wartezeiten von drei bis sieben Tagen sind durchaus an der Tagesordnung. Allein in den Tälern geht es schneller. In Schruns und im Bregenzerwald konnte man ges­tern noch Termine für heute buchen. Auch beim mobilen Testbus, der quer durchs Land fährt, sind meist sehr kurzfris­tige Termine zu haben. Die Anzahl ist aber überschaubar. Die Grenzübertritte selbst sind laut Zerlauth total unproblematisch. „Da wurde letzte Woche teilweise gar nicht kontrolliert. Sowohl Meiningen als auch Schmitter bei Lustenau. Da ist weit und breit niemand gestanden. Ich bin jeweils zwei Mal über die Grenze ohne Kontrolle.“

„Was Tirol anbelangt, bekommen wir sehr wenig Feedback. Da kann ich nur auf das zurückgreifen, was ich aus den Medien zu lesen und zu sehen bekomme“, so Herbert Fechtig, Obmann des Vorarlberger Grenzgängerverbandes. Wie viele tagtäglich nach Tirol pendeln, weiß Fechtig nicht. Aber es sind sehr wenig, mutmaßt der Obmann. Richtung Deutschland und Bayern gelten die üblichen Bestimmungen, und da höre er auch keine besonderen Vorkommnisse. „Die Pendler wissen mittlerweile, dass sie den wöchentlichen Corona-Test und das Clearance-Formular dabeihaben müssen. Und da gewöhnt man sich schnell daran.“

Massenansturm führte zu Engpässen

„Im Moment funktioniert es langsam wieder besser. Zumindest melden uns das die Pendler.“ Vor allem da die Zeiten ausgeweitet wurden und es mehr Teststationen gibt, ist es laut Fechtig wieder etwas einfacher, Termine zu bekommen. „Aber es ist schon so, dass das alles zu spät in die Wege geleitet worden ist.“

Wesentliche Neuerung

Mittlerweile gilt auch der ausländische Test für den Grenzübertritt. Denn viele Grenzgänger werden am Arbeitsplatz getestet. Bezüglich der bereits Infizierten und der möglichen Testbefreiung gibt es laut Fechtig nichts Neues zu berichten. „Aber das ist auch schwierig. Weil niemand weiß so genau, wie lang jemand immunisiert ist, der bereits Covid-19 hatte. Somit ist es auch verständlich, dass man hier vorsichtig agiert.“

Auch gebe es immer noch Grenzgänger, die den Test selber zahlen müssen, weil sie nicht bei der ÖGK versichert sind. „Die jammern schon sehr. Denn die Privaten übernehmen die Kos­ten nicht. Aber wir sind da mit dem Landesrat Gantner im Gespräch, dass das vielleicht doch übernommen wird“, ergänzt er.

Bis jetzt noch keine Kündigungen

Bis jetzt hat Fechtig noch nichts gehört von möglichen Kündigungen wegen der ganzen Schwierigkeiten und dem zusätzlichen Aufwand, der durch die Covid-19-Sicherheitsmaßnahmen betrieben werden muss. „Wir wissen natürlich auch, dass die Firmen in der Schweiz und in Liechtenstein bis zu einem gewissen Teil angewiesen sind auf unsere Fachkräfte. Die lassen sich auch nicht so einfach von heute auf morgen ersetzen.“

In dieser Richtung, glaubt Fechtig, sei wenig zu befürchten. „Solange wir das kleinere Übel mit den Testungen haben, nehmen wir das gern in Kauf. Wenn noch weitere Lockdowns und zusätzliche Verschärfungen bis hin zur Grenzschließung kommen würden, wäre das für uns eine Katastrophe.“

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.