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Sechs Millionen Euro für Schulen

16.02.2021 • 18:28 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Home Schooling und Distance Learning haben über Nacht an Bedeutung gewonnen. <span class="copyright">Hartinger</span>
Home Schooling und Distance Learning haben über Nacht an Bedeutung gewonnen. Hartinger

Geld fließt in Glasfaseranschlüsse und IT-Infrastruktur.

Um den Digitalisierungsschub im Bildungsbereich aufgrund der Corona-Pandemie zu nutzen, hat das Land ein Förderpaket mit einem Gesamtvolumen von fast sechs Millionen Euro für die Vorarlberger Schulen geschnürt. Das Geld wird im Zeitraum von 2021 bis 2023 zur Verfügung gestellt, wobei über 3,4 Millionen Euro aus dem Bildungsbudget kommen. Dazu kommen noch 2,5 Millionen Euro aus Mitteln der Wirtschaftsförderung – eine Million davon soll heuer fließen, 2022 und 2023 werden jeweils 750.000 Euro freigegeben. Mit der finanziellen Unterstützung soll der Ausbau der Glasfaseranbindung und der IT-Infrastruktur der Bildungseinrichtungen forciert werden.

Glasfaser-Förderung

Im Digitalisierungspaket wird auf zwei Säulen gesetzt. Die Herstellung der leistungsfähigen Glasfaseranbindung von Pflichtschulen und anderen gemeinde­eigenen Bildungseinrichtungen wie Kindergärten oder Bibliotheken wird mit 90 Prozent der Projektkosten unterstützt, wobei die maximale Fördersumme 50.000 Euro beträgt. Stichtage für die Einreichung des Ansuchens sind laut Wirtschaftslandesrat Marco Tittler (ÖVP) der 23. Februar und der 4. Mai. Daher stehe man schon seit Anfang des Jahres im Austausch mit den Gemeinden. Zudem wurde mit der Wirtschaftskammer ein Beraterpool aufgebaut, der die Verantwortlichen der Kommunen bei der Antragstellung der Glasfaser-Förderung aber auch der Planung der IT-Infrastruktur unterstützen soll.

Wirtschaftslandesrat Marco Tittler hält die Förderung der Digitalausstattung für wichtig.<span class="copyright">vol.at/Mayer</span>
Wirtschaftslandesrat Marco Tittler hält die Förderung der Digitalausstattung für wichtig.vol.at/Mayer

Die zweite Säule ist eine Top-Up-Förderung für die Anschaffung neuer IT-Ausrüstung an den allgemeinen Pflichtschulen. Dort sind die Gemeinden als Schulerhalter für die technische Ausstattung verantwortlich. Die Anschaffung wird heuer und kommendes Jahr noch stärker aus Landesmitteln gefördert. Bisher gab es für die Kommunen – je nach Finanzkraft – zwischen 26 und 45 Prozent der Investitionskosten an Fördermitteln aus Bedarfszuweisungen. Heuer und im kommenden Jahr liegen die Fördersätze zwischen 46 und 65 Prozent, wobei finanzschwache Kommunen stärker unterstützt werden.

Mehr Geld für Berufsschulen

Zusätzlich nimmt das Land auch noch Geld für die Berufsschulen in die Hand. Jährlich nehme man als Schulerhalter bereits rund eine Million Euro für die Hard- und Softwareausstattung an den Bildungseinrichtungen in die Hand, erläuterte die für Bildung zuständige Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP). Nun sollen innerhalb von zwei Jahren weitere 420.000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Mit dem Geld sollen alle Lehrpersonen mit mobilen Endgeräten wie Laptops oder Convertibles ausgestattet werden. Für die Berufsschüler soll es zudem eine ähnliche Aktion wie im Frühjahr 2020 geben. Damals wurden von der Industrie gespendete Laptops wieder aufbereitet und den Schülern zur Verfügung gestellt. Zudem soll es für leistungsintensivere technische Anwendungen etwa 550 (Leih-)Geräte geben.

Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink: Digitalisierung an den Schulen ist kein neues Thema. <span class="copyright">vol.at/Mayer</span>
Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink: Digitalisierung an den Schulen ist kein neues Thema. vol.at/Mayer

Vor einem Jahr sei die „digitale Schule“ noch eine Vision gewesen, erklärte Schöbi-Fink. Durch die Corona-Pandemie und die Notwendigkeit von Home Schooling und Distance Learning habe sich dies jedoch geändert. Auch nach Ende der Pandemie „wird Schule nicht mehr so sein wie vorher“, meinte Schöbi-Fink. Es werde neben dem Präsenzunterricht mit moderner Pädagogik auch weiterhin das digitale Lernen geben. Dies sieht auch Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) so. Umso wichtiger ist es aus seiner Sicht nun, den Schwung in Sachen Digitalisierung zu nutzen und für eine gute Ausstattung in den ­Bildungseinrichtungen zu sorgen.
Neben den Investitionen in die Infrastruktur brauche es aber auch entsprechende Fort- und Weiterbildungsangebote für die Lehrkräfte, betonte Schöbi-Fink. Diese würden über die Pädagogische Hochschule (PH) abgewickelt, wobei es die Kurse zum digitalen Lernen nicht erst seit einem Jahr gebe. Man sei in diesem Bereich schon länger aktiv. Allerdings sei die Nachfrage mangels Bedarf eher bescheiden gewesen.

Schon 500 Kursanmeldungen

Dies hat sich nun Corona-bedingt ebenfalls geändert. So hätten sich schon 500 Lehrerinnen und Lehrer für Kursangebote der PH in den Bereichen Distance Learning, Videokonferenzen, Programmieren oder Online-Didaktik für Seminare angemeldet. Schon im ersten Lockdown hätten sich 875 Lehrpersonen in diesem Bereich weitergebildet. Dies seien deutlich mehr gewesen als in den Jahren vor der Pandemie, sagte die Landesstatthalterin.