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„Unter Nachbarn redet man anders“

16.02.2021 • 18:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Keine Anzeichen auf eine Verschärfung der Kontrollen an den Grenzen zu Bayern. <span class="copyright">Hartinger</span>
Keine Anzeichen auf eine Verschärfung der Kontrollen an den Grenzen zu Bayern. Hartinger

Landeshauptmann wünscht sich anderen Tonfall aus Bayern.

Keine Freude hat Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) mit dem Vorgehen der Verantwortlichen in Bayern. Deren derzeitiges Verhalten Österreich gegenüber sei „indiskutabel“, sagte er am Dienstag. Bisher habe es immer das Einverständnis gegeben, den Wirtschaftsverkehr und auch die Pendlerströme bestmöglich aufrecht zu erhalten. Nun gebe es zwischen Bayern und Tirol jedoch massive Einschränkungen in diesem Bereich. Das könne sich auch auf Vorarlberg auswirken, wenn etwa der Transitverkehr sich dadurch ins Rheintal verlagere. Daher müssten die Maßnahmen sofort beendet werden.

Bemüht, Hausaufgaben zu erledigen

Wallner forderte die bayrischen Nachbarn auf, den Tonfall gegenüber Österreich zu ändern. „Unter Nachbarn redet man anders“, sagte er. Sowohl in Österreich als auch Tirol bemühe man sich, die Hausaufgaben zu erledigen. Da müsse man sich nichts ausrichten oder sich beschimpfen.

Landeshauptmann Markus Wallner äußerte sich zum Vorgehen der Bayern gegenüber Tirol. <span class="copyright">vol.at/Mayer</span>
Landeshauptmann Markus Wallner äußerte sich zum Vorgehen der Bayern gegenüber Tirol. vol.at/Mayer

Gewisse Vorsichtsmaßnahmen aufgrund der Ausbreitung der Coronavirus-Mutationen in Tirol seien sicherlich angebracht, räumte der Landeshauptmann ein. Allerdings müsse sichergestellt sein, dass der Warenverkehr sowie die Pendlerströme weiterlaufen könnten. Man dürfe nicht überschießend reagieren.
Derzeit gebe es keine Anzeichen dafür, dass Bayern gegenüber Vorarlberg ähnlich vorgehen könnte wie gegenüber Tirol, zumal das Ländle nicht als Mutationsgebiet eingestuft sei. Allerdings habe man gesehen, wie schnell es gehen könne.
Heute wird Wallner an einer Videokonferenz mit den Verantwortlichen der Mitgliedsländer der Internationalen Bodenseekonferenz, der auch Bayern angehört, teilnehmen. Dabei werde es auch um die bestmögliche Abstimmung in der Region gehen.

Keine Lockerungen vor Ostern

Befragt nach möglichen weiteren Öffnungsschritten gab sich der Landeshauptmann zurückhaltend. Es sei davon auszugehen, dass vor Ostern keine weiteren Öffnungsschritte gesetzt werden können. Ziel sei es, eine Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 zu erreichen. Damit habe man dann eine gute Basis für das weitere Vorgehen. Man müsse sich aber bemühen, nach Ostern weitere Öffnungsschritte setzen zu können, um etwa die leidende Gastronomie und Hotellerie zu entlasten. Zudem müsse man dann auch an die Kultur oder auch den Sport denken. Allerdings werde dabei wohl auch das „Freitesten“ weiter eine Rolle spielen.

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