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Investitionen in Ausbau des Recyclings

19.02.2021 • 18:35 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
50 Millionen Euro jährlich sollen bei Alpla im Schnitt bis 2025 investiert werden. <span class="copyright">Alpla</span>
50 Millionen Euro jährlich sollen bei Alpla im Schnitt bis 2025 investiert werden. Alpla

Wiederverwertung soll in neuen Regio­nen vorangetrieben werden.

Durchschnittlich 50 Millionen Euro pro Jahr wollen die Verantwortlichen der Alpla Group mit Sitz in Hard bis 2025 in Recyclingaktivitäten investieren. Das geht aus einer Aussendung vom Freitag hervor. Das Unternehmen sei bereits jetzt führend in der Entwicklung, Herstellung und Wiederverwertung von Kunststoffverpackungen. In den kommenden Jahren ist geplant, die Maßnahmen für hochqualitative Rezyklate weiter zu internationalisieren. Auf diese Weise sollen in möglichst vielen Regionen die Wertstoffkreisläufe geschlossen werden.

Verpflichtung wird ausgeweitet

Bereits im Jahr 2018 hatten sich die Verantwortlichen der Alpla Group im Zuge der Unterzeichnung des Global Commitment der New Plastics Economy (eine Initiative der Ellen MacArthur Foundation) verpflichtet, bis 2025 insgesamt 50 Millionen Euro in den Ausbau der Recyclingaktivitäten zu investieren. Nun wird dieses Investitionsziel deutlich erhöht. Ab 2021 werden jedes Jahr durchschnittlich 50 Millionen Euro ausschließlich für Recycling zur Verfügung stehen.

daten und fakten

Alpla gehört eigenen Angaben zufolge zu den führenden Unternehmen für Kunststoffverpackungen. Rund 21.600 Mitarbeiter werden weltweit an 178 Standorten in 45 Ländern beschäftigt. Alpla betreibt eigene Recyclinganlagen für PET und HDPE in Österreich, Polen und Spanien und in Form von Joint Ventures in Mexiko und Deutschland.

„Wir waren in den vergangenen zwei Jahren sehr aktiv. Unter anderem in Asien, Europa und Zentralamerika konnten wir Bottle-to-Bottle-Projekte auf den Weg bringen. Dennoch sehen wir weiterhin wachsenden Bedarf seitens unserer Kunden, und das weltweit“, erklärte Georg Lässer, Head of Corporate Recycling bei Alpla. Diese ungebrochene Nachfrage verleihe dem Unternehmen die Möglichkeit, weitere Investitionsprojekte anzuschieben. Günther Lehner, Chairman of Company Advisory Board, betonte, dass man sich auf hochqualitative Anwendungsbereiche in neuen Regionen konzentrieren werde: „Unser Ziel ist ein Kreislauf von Flasche zu Flasche – auch in Regionen, in denen die Verwertung von Abfällen derzeit keine große Rolle spielt.“

Vorbildwirkung

Langfristige Entwicklungsmöglichkeiten sieht Lässer in Ländern außerhalb Europas: „Kunden fragen uns weltweit nach Verpackungen mit Recyclinganteil, mittlerweile auch in Afrika, dem Mittleren Osten sowie Südostasien, China und Indien.“ Der europäische Markt sei mittlerweile stark umkämpft. Durch eigene Werke und Kooperationen habe Alpla in Westeu­ropa jedoch schon frühzeitig eine gute Marktposition erlangt, die weiter ausgebaut werden soll. Nach Angaben von Lehner haben die Werke in Österreich und Polen Pionierarbeit geleistet. Tagtäglich werde bewiesen, dass gebrauchte Verpackungen einen Wert haben und Recyclingwirtschaft großes Potenzial hat. Dieses Verständnis wollen die Unternehmensverantwortlichen in weiteren Ländern stärken.

Alpla-CEO Günther Lehner möchte das Recycling in neuen Regionen etablieren. <span class="copyright">Alpla</span>
Alpla-CEO Günther Lehner möchte das Recycling in neuen Regionen etablieren. Alpla

Der Einstieg in das HDPE-Recycling im Jahr 2019 habe für Alpla einen Meilenstein dargestellt. Mit dem Bau eines Werks in Toluca (Mexiko) sei dieser Weg fortgesetzt worden, der Produktionsstart ist für Herbst 2021 geplant. Auch in Thailand errichtet das Unternehmen derzeit mit einem Kooperationspartner ein Recyclingwerk für PET und HDPE. In bestehenden Werken in Österreich, Polen und Deutschland wurden in den vergangenen zwei Jahren die Kapazitäten ausgebaut, erst kürzlich informierten die Verantwortlichen über die Installation einer rPET-Extrusionsanlage in einem eigenen Preform-Werk in Italien. Insgesamt beläuft sich die jährliche Kapazität der Alpla-Recyclingunternehmen sowie Joint Ventures und Kooperationen auf rund 130.000 Tonnen für PET und 60.000 Tonnen für PE.

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