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Lehrer stehen vor Entlassung

19.02.2021 • 11:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Maskenpflicht in der Schule stößt nicht bei allen Lehrern auf Verständnis. <span class="copyright">Symbolbild/AFP</span>
Die Maskenpflicht in der Schule stößt nicht bei allen Lehrern auf Verständnis. Symbolbild/AFP

Personalvertreter Witzemann sieht Pflicht, Gesetze einzuhalten.

Ein Lehrer einer polytechnischen Schule sowie zwei Pflichtschullehrer in Vorarlberg stehen vor der Entlassung. Sie wollen sich nicht an die gültigen Corona-Regeln halten. Die Pädagogen seien noch nicht entlassen worden, hieß es am Donnerstag von der Bildungsdirektion gegenüber der APA. Medienberichte über die Kündigungen wurden dementiert. Allerdings könnte es bereits heute Entlassungen geben.

„Leben neu ordnen“

Sehr wahrscheinlich ist dies im Falle des Lehrers der polytechnischen Schule. Dieser hat sich auf seiner Facebook-Seite zu Wort gemeldet. Da er sich nicht an die Weisung der Bildungsdirektion zum Einhalten der Regeln halten werde, „bekomme ich jetzt wohl die angedrohte fristlose Entlassung“, schreibt der Betroffene. Zudem verlinkt er in dem Beitrag, der mit den Worten „Leben neu ordnen“ beginnt, auf seine Webseite. Dort sind unter anderem seine beruflichen Qualifikationen aufgelistet.
Der Lehrer hatte sich zuvor in einer Rundmail an seine Schüler und deren Eltern gewandt. In dem Schreiben begründete er seine Weigerung, eine Maske zu tragen und an den Tests teilzunehmen. Bereits im Dezember des Vorjahres habe er seinen Protest gegen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes bei der Bildungsdirektion kundgetan. Diese habe ihm schon damals mit disziplinären Maßnahmen und anderen Konsequenzen gedroht.

Recht auf eine eigene Meinung

Bei den beiden Pflichtschullehrern hofften die Verantwortlichen der Bildungsdirektion am Donnerstag auf ein Einlenken. Die Betroffenen sollen noch einmal über ihre Dienstpflichten aufgeklärt werden. Für Willi Witzemann, Vorsitzender im Zentralausschuss der Personalvertretung für Pflichtschullehrer, ist die Sachlage klar. Jeder Pädagoge habe das Recht, eine Meinung zu haben und diese auch kundzutun. Zugleich gebe es aber Gesetze, an die man sich halten müsse. Jeder Lehrer haben einen entsprechenden Eid geleistet und auch einen Arbeitsvertrag unterschrieben.
Es habe neben den nunmehr zwei Betroffenen noch weitere Pädagogen gegeben, die nicht mit den gesetzlichen Maßnahmen einverstanden gewesen seien. Nachdem sie aber über ihre Dienstpflichten aufgeklärt worden seien, hätten sie eingelenkt. Zudem gebe es auch die Möglichkeit, sich vorübergehend freistellen zu lassen.

„Sehr schade“

Die beiden vor der Entlassung stehenden Lehrer hätten die alternativen Lösungen jedoch bewusst abgelehnt. Für sie sei es wichtig gewesen, nicht von ihrer Haltung abzuweichen. Witzemann hält dies für „sehr schade“. Er glaubt, dass sie sich damit „keinen Gefallen tun“.