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Über 3000 Tonnen Salz auf der A14

20.02.2021 • 09:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Ein Mann und seine Salzberge: Autobahnmeister Gerald Gröger im Salzlager in Hohenems.<br><span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Ein Mann und seine Salzberge: Autobahnmeister Gerald Gröger im Salzlager in Hohenems.
Klaus Hartinger

Kälte und Schnee haben den Winterdiensten Arbeit beschert.

Die derzeitigen Temperaturen lassen einen beinahe vergessen, dass es bis vor Kurzem noch eisig kalt war und große Schneemengen auch im Rheintal das Landschaftsbild bestimmten. Im Vergleich zum vorigen Winter wurden die Winterdienste in dieser Saison gehörig auf Trab gehalten.

Hohenems

Doppelte Menge wie im vorigen Winter

In Hohenems werden in einem durchschnittlichen Winter rund 150 Tonnen Streusalz benötigt, informiert Andreas Mathis vom Bauhof Hohenems. In dieser Saison sind es allerdings schon an die 300 Tonnen, die gestreut wurden. 80 Tonnen waren es auch im vorigen schneearmen Winter, wobei der Großteil davon im höhergelegenen Schuttannen verbraucht wurde, erklärt Mathis, „herunten war nichts“. An Spitzentagen ist der Winterdienst in Hohenems mit bis zu 28 Fahrzeugen im Einsatz, normalerweise sind es zwölf. Sechs davon sind eigene.

„Heuer schaut es schon anders aus als im vorigen Jahr“ sagt Gerald Gröger und lacht. Der 55-Jährige leitet seit 2008 die Asfinag-Autobahnmeisterei Hohenems, die für die Rheintal-Walgau-Autobahn A 14 zuständig ist. Genau sind es die 61,3 Kilometer zwischen Hörbranz und Bludenz-Montafon, die auch im Winter betreut werden müssen. Das sind über 320 Fahrstreifenkilometer, erklärt Gröger. Für die S 16 Arlberg Schnellstraße sind hingegen die Kollegen des Vorarlberger Autobahnmeisters auf der Tiroler Seite des Arlbergs verantwortlich.

Ein Lkw wird mit Salz beladen. <span class="copyright">Hartinger (2)</span>
Ein Lkw wird mit Salz beladen. Hartinger (2)

Was heuer deutlich anders ausschaut als im Vorjahr, sind die Mengen an Streusalz, die bis dato verbraucht wurden. Im gesamten Winter des letzten Jahres waren nur rund 1000 Tonnen notwendig. „So wenig habe ich in all den Jahren, die ich schon hier bin, noch nie erlebt“, erzählt der Fachmann.
In dieser Saison sind es hingegen bereits über 3100 Tonnen, die auf der Autobahn gestreut wurden. „Im Jänner war schon einiges los“, stellt Gröger dazu fest. Der Höhepunkt war dabei der 17. Jänner. An diesem Tag wurden innerhalb von 24 Stunden an die 220 Tonnen Salz und 46.000 Liter Sole, eine Salzlösung, auf der Autobahn verteilt.

Insgesamt 18 Lkw sind für die Asfinag im Winterdienst unterwegs. <span class="copyright">Hartinger</span>
Insgesamt 18 Lkw sind für die Asfinag im Winterdienst unterwegs. Hartinger

95.000 Kilometer sind die Lkw der Autobahnmeis­terei in diesem Winter schon gefahren, liefert Gröger weitere Zahlen. Dabei sind sieben eigene und elf Frachtfahrzeuge im Schichtbetrieb im Einsatz. Den durchschnittlichen Salzverbrauch in einem Winter beziffert der Autobahnmeister mit etwa 2500 Tonnen. „Da sind wir heuer schon drüber.“ An 25 Tagen musste bislang Schnee geräumt werden, gesalzen an 46 Tagen – wobei Letzteres zum ersten Mal am 19. November 2020 der Fall war.

Rekordwinter 2012

Gröger erinnert sich aber auch an extremere Winter. 2012 war das der Fall, als der sogenannte Lake Effect im Großraum Bregenz zu massiven Schneefällen innerhalb kürzester Zeit führte. „Da sind wir an die Grenzen des Möglichen gestoßen.“ In jenem Winter seien fast 6000 Tonnen Salz gestreut worden, erzählt er.

Bludenz

Gleich viel Salz wie in vergangenen Jahren

Es dürften an die 200 Tonnen Salz sein, die in Bludenz bisher verbraucht worden sind, schätzt Bauhofleiter Harald Hofsteter. Diese Menge liege allerdings im Bereich des Üblichen. Schnee geräumt wurde in diesem Winter aber auch hier um einiges öfter als im vorigen. „Wir waren zweitweise von halb vier in der Früh bis zum Abend durchgehend unterwegs“, erzählt er.

Ausgegangen ist das Salz aber auch damals nicht. In den diversen Depots der Autobahnmeisterei Hohenems können an die 3100 Tonnen gelagert werden – also ziemlich genau jene Menge, die in dieser Saison schon verbraucht wurde. Leer sind die Lager aber nicht, da es Verträge mit diversen Lieferanten gibt, die innerhalb kurzer Zeit Nachschub liefern können, erklärt Gröger.

Zwei Salzsilos der Asfinag. <span class="copyright">Hartinger</span>
Zwei Salzsilos der Asfinag. Hartinger

Offiziell beginnt die Wintersaison der Autobahnmeis­terei Hohenems jährlich am 1. November. Allerdings könne es durchaus passieren, dass man schon im Oktober ausrücken müsse, berichtet Gröger. Und auch an das Ende, das eigentlich Anfang April wäre, hält sich das Wetter nicht immer. So habe man etwa 2016 noch am 25. April zum Schneeräumen auf die Autobahn müssen, wie der Autobahnmeister seinen Unterlagen entnehmen kann.

Feldkirch

Mehr als doppelt so viele Tage unterwegs

An neun Tagen waren im Jänner des vorigen Jahres in Feldkirch die Streufahrzeuge unterwegs. Schnee musste nicht geräumt werden, es gab nämlich keinen. Im Gegensatz dazu gab es heuer im Jänner 19 Tage, an denen der Winterdienst mit Schneeräumung und Salzstreuen beschäftigt war. An die 140 Tonnen Salz wurden im vergangenen Winter gebraucht. Wie viel es heuer bis dato war, könne derzeit noch nicht gesagt werden, heißt es vonseiten der Stadt. Gekauft wurden jedenfalls rund 300 Tonnen.

In den nächsten Tagen schaut es allerdings nicht so aus, als ob Schnee und Eis die Straßen unsicher machen würden – vielmehr gibt der Frühling ein starkes Lebenszeichen, sodass das Streusalz vorerst mal im Lager bleiben kann.

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