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Licht und Wärme als Zeichen der Hoffnung

21.02.2021 • 15:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Normalerweise würden dieses Wochenende im ganzen Land zahlreiche Funken brennen.<span class="copyright">Hartinger</span>
Normalerweise würden dieses Wochenende im ganzen Land zahlreiche Funken brennen.Hartinger

VVF-Präsident ist beeindruckt vom Engagement in Brauchtumspflege.

Wie schon die heurige Fasnat wird auch das Funkenbrauchtum nicht so wie gewohnt über die Bühne gehen. Die gesetzlichen Vorgaben zur Eindämmung der Corona-Pandemie lassen keine Veranstaltungen zu. „Es wird heuer keinen Funken geben, wie wir ihn kennen“, bringt es Michèl Stocklasa, Präsident des Verbands der Vorarlberger Fasnatzünfte und -gilden, (VVF) auf den Punkt. Immerhin 30 Funkenzünfte sind Mitglied im Verband. Und der Präsident ist überzeugt davon, dass – wie schon im Fasching – vieles rund um den Funkenbrauch dieses Jahr digital über die Bühne gehen wird.

Bludenz

Blick zurück in die Vergangenheit

Wie schon in der Fasnat wird in Bludenz auch am Funkenwochenende der Blick in die Vergangenheit geworfen. Heute feiert auf YouTube ein Video der Funkenzunft Bludenz mit Archivaufnahmen aus den vergangenen Jahrzehnten seine Premiere. Bereits am vergangenen Wochenende hatten Brauchtumspfleger aus dem Alpenstädtle drei Videos mit Aufnahmen aus dem Fasching von früher veröffentlicht. Sogar Material aus den 1930er-Jahren war zu sehen.

Immer wieder sei es schon in der Vergangenheit vorgekommen, dass Funkenabbrennen aufgrund äußerer Umstände abgesagt oder verschoben werden mussten – beispielsweise wegen Föhnstürmen oder auch zu großer Trockenheit und der damit zusammenhängenden Brandgefahr. Die derzeitige Situation, die alle Veranstaltungen verhindert, ist für die Zünfte und die Organisatoren der Funken jedoch etwas Neues. Stocklasa ist allerdings überzeugt davon, dass sie auch damit umgehen können.

Ludesch

Aufruf zur „#funkenchallenge“

In Ludesch haben die Mitglieder der Feuerwehr zur „#funkenchallenge“ aufgerufen. Wer teilnehmen möchte, kann heute Abend in einer Feuerschale oder an einem geeigneten Platz im Garten einen Mini-Funken anzünden. Ein Foto davon wird auf der Facebookseite der Feuerwehr Ludesch mit dem Hashtag „funkenchallenge“ gepostet. Das Bild mit den meisten Likes gewinnt. Der Sieger ist im kommenden Jahr einer von drei Funken­anzündern in Ludesch.

Und wie es sich zeigt, hat der Verbandspräsident mit seiner Einschätzung durchaus recht. So wird der Funken heuer vielerorts digital mithilfe von Videos oder Beiträgen in den sozialen Medien begangen. Gut gefallen Stocklasa auch Initiativen, bei denen Miniatur-Funken oder auch Fackeln erworben werden konnten, um dann zu Hause im eigenen Garten und im familiären Kreis das Brauchtum zu pflegen.

Langen bei Bregenz

Suche nach der schönsten Funkenhexe

Ebenfalls zu einer Challenge haben die Mitglieder der Funkenzunft Langen bei Bregenz aufgerufen. Teilnehmer sollten eine Funkenhexe bauen und ein Foto auf der Facebookseite der Zunft posten. Das Bild mit den meisten Likes wurde am gestrigen Abend zum Sieger gekürt. Die Gewinner-Hexe wird dann auf dem nächsten Funken angebracht. Auch die anderen Hexen sollen dann gebührend in Szene gesetzt werden. Für alle Teilnehmer gab es Essens- und Getränkebons.

Die Mitglieder der Zünfte seien trotz der herausfordernden Situation motiviert ans Werk gegangen, freut sich Stocklasa. Es sei wichtig, dass sich die Menschen weiterhin engagierten – nicht nur jetzt bei der Brauchtumspflege, sondern auch in weiterer Folge im Ehren­amt, sobald die Pandemie überwunden ist. Insofern ist für den Verbandspräsidenten auch der Funken ein passender Anlass: „Licht und Wärme geben Hoffnung. Gerade in diesen Zeiten können wir das gut gebrauchen.“