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Anklage: Mitschuld an tödlichem Unfall

23.02.2021 • 19:10 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Am Dienstag gab es noch kein Urteil gegen den 18-Jährigen.                       <span class="copyright">Hartinger</span>
Am Dienstag gab es noch kein Urteil gegen den 18-Jährigen. Hartinger

Bei Kollision mit einem Traktor starb ein Motorradfahrer.

Wegen fahrlässiger Tötung wurde ein 18-Jähriger aus dem Bezirk Feldkirch angeklagt. Die Staatsanwaltschaft Feldkirch macht den unbescholtenen Angeklagten mitverantwortlich für den Unfalltod eines 52-jährigen Motorradfahrers. Demnach soll der Traktorfahrer, der allerdings über keinen Traktorführerschein verfügt, am 12. Juni 2020 auf der L 190 in Nenzing in Fahrtrichtung Feldkirch die Kurve schneidend nach links abgebogen sein, ohne unmittelbar zuvor nach hinten gesehen zu haben.
Bei der Kollision seines Traktors mit dem ihn überholenden Motorrad starb der Lenker des einspurigen Fahrzeugs noch an der Unfallstelle. Beim tödlich verunglückten Motorradfahrer handelt es sich um einen verheirateten Vater von drei Kindern und Unternehmer aus dem Bezirk Feldkirch.

Gutachten wird eingeholt

Beim Strafprozess am Bezirksgericht Feldkirch erging am Dienstag noch kein Urteil. Richterin Michaela Österle vertagte die Verhandlung zur Einholung des von Verteidiger Serkan Akman beantragten gerichtsmedizinischen Gutachtens. Dabei geht es um die Frage, ob der Motorradler auch dann ums Leben gekommen wäre, wenn er langsamer gefahren wäre.
Der gerichtlich bestellte verkehrstechnische Sachverständige Christian Wolf hat die Kollisionsgeschwindigkeit des abgebremsten Motorrads mit 61 km/h errechnet. Der Gutachter geht davon aus, dass der 52-jährige Motorradfahrer beim Überholen die auf der Freilandstraße zulässige Höchstgeschwindigkeit von Tempo 80 nicht überschritten hat. Wolf glaubt, dass der Traktorlenker mit einem Blick in den Außenspiegel drei Sekunden Zeit gehabt hätte, den Unfall zu verhindern.
Der arbeitslose Angeklagte sagte, er sei nicht schuldig. Er habe den Blinker zum Linksabbiegen betätigt, nach hinten gesehen und niemanden wahrgenommen. Ob der linke Blinker aktiviert gewesen sei oder nicht, habe sich nicht klären lassen, merkte dazu der verkehrstechnische Gutachter an.

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