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Stundenlanger Kampf gegen das Feuer

23.02.2021 • 20:22 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
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Hartinger

Großbrand im Biomasse-Heizwerk Lech hielt Einsatzkräfte auf Trab.

Mehrere Stunden lang war am Dienstag die Wärmeversorgung im Skiort Lech außer Betrieb. Grund dafür war ein verheerender Großbrand im örtlichen Biomasse-Heizwerk. Um 15 Uhr wurde die Versorgung schließlich wieder aufgenommen, berichtete Bürgermeister Stefan Jochum am späten Nachmittag. Der Brand war zu diesem Zeitpunkt weitgehend unter Kontrolle. Allerdings galt es noch, einige Glutnester zu löschen. Weit über 200 Einsatzkräfte hatten seit den Nachtstunden darum gekämpft, zumindest das Heizhaus mit mehreren Kesseln sowie die Steuerung zu retten. Durch ihren „bravourösen Einsatz“ sei dies auch gelungen, sagte der Gemeindechef bereits am Vormittag. Der restliche Teil des Heizwerks fiel jedoch den Flammen zum Opfer.

Straße gesperrt

Das Feuer war in der Nacht auf Dienstag kurz nach Mitternacht ausgebrochen. Wie es in einer Aussendung der Polizei heißt, wurde die Brandmeldeanlage im Heizwerk um 0.35 Uhr ausgelöst. Als eine Polizeistreife dort eintraf stand bereits ein großer Teil des Gebäudes in Flammen. Zusammen mit dem Betriebsleiter brachten die Exekutivbeamten bis zum Eintreffen der Feuerwehr noch zwei Fahrzeuge in Sicherheit. Die direkt am Gebäude vorbeiführende L 198 wurde für die Löscharbeiten gesperrt und blieb beinahe den ganzen Tag nicht befahrbar. Erst am Abend konnte die Straße wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Der Lecher Bürgermeister Stefan Jochum vor dem Biomasse-Heizwerk. <span class="copyright">Hartinger</span>
Der Lecher Bürgermeister Stefan Jochum vor dem Biomasse-Heizwerk. Hartinger

Die Brandbekämpfung hat sich nach Angaben von Bezirksfeuerwehrinspektor Christoph Feuerstein schwierig gestaltet. Vor allem die Herstellung der Löschwasserversorgung erwies sich als problematisch. Das Wasser musste mithilfe mehrerer Pumpen aus dem Zürs-Bach an den Brandort befördert werden. Auch die gelagerten Hackschnitzel und der schwierige Zugang zu den Brandherden hätten sich als herausfordernd erwiesen. Im Einsatz waren neben der Ortsfeuerwehr Lech auch zahlreiche Wehren aus den umliegenden Gemeinden. Unterstützung gab es zudem unter anderem durch die Großtanklöschfahrzeuge aus Rankweil und Nüziders sowie den Atemluftkompressor aus Bludenz. Ebenfalls im Einsatz war nach Angaben des Bürgermeisters die Feuerwehr aus dem tirolerischen St. Anton am Arlberg.

Heizwerk wieder im Notbetrieb

Bis zum Dienstagvormittag waren die Flammen weitgehend eingedämmt. Allerdings hatten die Einsatzkräfte noch mit Feuer und starker Rauchentwicklung im Keller zu kämpfen. Die total beschädigte Lagerhalle wurde im Zuge der Brandbekämpfung nach und nach abgetragen. Ebenso mussten sich die Feuerwehrleute Zugang zum Dach des Heizhauses verschaffen. Dort mussten am Nachmittag noch Glutnester beseitigt werden, berichtete Jochum. Schlussendlich sei es gelungen, diesen Gebäudeteil zu retten. Darin befinden sich neben der Steuerung der Anlage auch zwei Biomasse-Kessel sowie ein Ölkessel. Ein weiterer Biomasse-Heizkessel außerhalb des Hauses sei aller Voraussicht nach ebenfalls gerettet worden, sagte Jochum. Es sei daher möglich, das Heizwerk nun wieder im Notbetrieb laufen zu lassen und alle angeschlossenen Gebäude wieder zu versorgen.

Die Lösch- und Aufräumarbeiten dauerten den ganzen Tag. <span class="copyright">Hartinger (5)</span>
Die Lösch- und Aufräumarbeiten dauerten den ganzen Tag. Hartinger (5)

Von den Bewohnern wurden dem Gemeindechef keine Probleme durch den Ausfall gemeldet. „Viele haben einen hauseigenen Puffer“, sagte er. Das Werk sei zudem nicht gleich ausgefallen, sondern erst einige Zeit nach dem Brandausbruch. Die nunmehrige Leistung im Notbetrieb werde für die kommenden Wochen und auch über die Sommermonate hinweg wohl ausreichen, erklärte Jochum. Ziel der Geschäftsführung des Biomasse-Heizwerks, der auch der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Ludwig Muxel angehört, sei es, dass das Werk bis zum Beginn der nächsten Wintersaison im November wieder voll einsatzfähig sei. Wäre es gestern nicht gelungen, die Versorgung mit der bestehenden Anlage wiederaufzunehmen, hätten die Heizwerk-Verantwortlichen übrigens eine mobile Lösung in der Hinterhand gehabt, betonte der amtierende Ortschef.

Ermittlungen laufen

Die Ursache für den Großbrand stand am Dienstag noch nicht fest. Experten des Landeskriminalamtes Vorarlberg haben jedoch die Ermittlungen aufgenommen. Es dürfte allerdings einige Zeit dauern ehe es diesbezügliche Ergebnisse geben wird, vermutete Jochum.

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