Allgemein

Anklage: Betrug beim Verkauf der Firma

24.02.2021 • 19:08 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Verhandlung wurde für drei Tage anberaumt. <span class="copyright">Hartinger</span>
Verhandlung wurde für drei Tage anberaumt. Hartinger

Vorwurf des Betrug, Untreue und Bilanzfälschung gegen Ex-Makler.

Die Käufer seines Unternehmens hat der langjährige Versicherungsmakler aus dem Bezirk Bludenz nach Darstellung der Staatsanwaltschaft Feldkirch um mehrere Hunderttausend Euro geschädigt. Dem angeklagten Ex-Unternehmer werden in der Anklageschrift das Verbrechen des schweren Betrugs sowie die Vergehen der Untreue und der Bilanzfälschung zur Last gelegt. Der Strafrahmen beträgt für den Fall eines Schuldspruchs ein bis zehn Jahre Gefängnis. Für den unbescholtenen, 63-jährigen Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung. Seine beiden Verteidiger beantragen einen Freispruch. Der für drei Tage angesetzte Schöffenprozess hat am Mittwoch im Schwurgerichtssaal des Landesgerichts Feldkirch begonnen. Am Freitag­nachmittag will Richter Thomas Wallnöfer als Vorsitzender des Schöffensenats das Urteil verkünden.

1,8 Millionen Euro

Im Jahr 2017 hat der Versicherungsmakler seine Gesellschaft um 1,8 Millionen Euro verkauft. Beim Kaufpreis hat der Verkäufer aus Sicht der Staatsanwaltschaft die Käufer um zumindest mehr als 300.000 Euro betrogen. Denn der Angeklagte soll zu erwartende Folgeprovisionen aus dem Jahr 2015 um 100.000 Euro zu hoch angegeben haben. Und er soll Schadenersatzforderungen von 269.000 Euro einer Kundin verschwiegen haben. Bei der Kundin handelt es sich um die Ex-Gattin des Angeklagten, die seiner Firma Beratungsfehler beim Investieren in einen Rentenfonds vorwarf. Außerdem soll der Angeklagte die Haftpflichtversicherung seines Unternehmens mit der Forderung seiner Ex-Frau zu betrügen versucht haben. Nach dem Verkauf seiner Firma soll der Angeklagte als Geschäftsführer des Unternehmens die neuen Gesellschafter mit finanzieller Untreue geschädigt haben. Demnach hat er, so die Anklage, ohne Absprache mit den neuen Eigentümern das Unternehmen in einem außergerichtlichen Vergleich dazu verpflichtet, seiner Ex-Gattin für den Beratungsfehler 216.000 Euro zu bezahlen. 2018 wurde der angeklagte Geschäftsführer entlassen.

Vernichtungsfeldzug

Des Weiteren soll der angeklagte Geschäftsführer private Aufwendungen dem Unternehmen verrechnet haben. Dabei geht es etwa um 3100 Euro für seine private Geburtstagsfeier.
Die Verteidiger kritisierten, die neuen Eigentümer des Versicherungsmaklerunternehmens würden gegen den Angeklagten einen Vernichtungsfeldzug führen, dem sich strafrechtlich die Staatsanwaltschaft angeschlossen habe. Gegen den 63-Jährigen werden mehrere Zivil- und Arbeitsprozesse geführt.