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Einigkeit in Bildungsfragen

24.02.2021 • 20:04 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Angebot an ganztägigen Schulformen soll ausgebaut werden. <span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Das Angebot an ganztägigen Schulformen soll ausgebaut werden. Symbolbild/Hartinger

Kultur- und Bildungsausschuss befasst sich mit zwei Anträgen.

Einigkeit herrschte am Mittwoch in der Sitzung des Kultur- und Bildungspolitischen Ausschusses des Landtags. Ein Antrag der schwarz-grünen Regierungsfraktion sowie eine Ausschussvorlage wurden einstimmig verabschiedet. Ersterer soll im Sinne der „Marke Vorarlberg“ weitere bildungspolitische Akzente setzen, hatte ÖVP-Klubobmann Roland Frühstück bereits im Vorfeld der Sitzung angekündigt. Damit soll das Ziel erreicht werden, dass Vorarlberg bis 2035 zum chancenreichsten Lebensraum für Kinder wird. ÖVP-Bildungssprecherin und Ausschuss-Obfrau Veronika Marte zeigte sich daher erfreut über die Zustimmung der anderen Fraktionen.
Insgesamt sechs Punkte, die von der Landesregierung umgesetzt werden sollen, sind in dem Antrag enthalten. So soll zuerst der Ist-Stand im Bereich der ganztägigen Schulformen (mit ohne und verschränkten Unterricht) und der Schülerbetreuung erhoben werden. In weiterer Folge ist dann darauf aufbauend ein Konzept zur Weiterentwicklung der ganztägigen Schulformen auszuarbeiten. Einfließen sollen dabei auch die Ergebnisse des Projekts „Schule der 10- bis 14-Jährigen in Vorarl­berg“. Dazu soll den Gemeinden Unterstützung bei der Einführung derartiger Angebote gewährt werden. „Das Prinzip der Freiwilligkeit bleibt dabei jedoch bestehen“, betonte Marte.

ÖVP-Bildungssprecherin und Ausschussobfrau Veronika Marte. <span class="copyright">ÖVP/Daniel Mauche</span>
ÖVP-Bildungssprecherin und Ausschussobfrau Veronika Marte. ÖVP/Daniel Mauche

Wichtig ist aus ihrer Sicht auch die Förderung der Chancengerechtigkeit beim Bildungserfolg. Zu diesem Zweck wird die Landesregierung aufgefordert, nicht nur den Ausbau der ganztägigen Schulformen zu forcieren, sondern auch ein flächendeckendes Betreuungsangebot für 40 Prozent der Kinder von 6 bis 15 Jahren zu schafen. Zudem enthält der Antrag die Förderung, ausreichend Stütz- und Begleitpersonal für die Bildungseinrichtungen zur Verfügung zu stellen. Nicht zuletzt sollen die unterschiedlichen Begabungen und Interessen der Schüler im Unterricht besser berücksichtigt werden und das Wahlangebot erhöht werden – auch in Zusammenarbeit mit externen Partnern wie etwa Vereinen.
Mit dem Antrag werde ein richtiger Schritt getan, zeigte sich die ÖVP-Bildungssprecherin überzeugt. Die anderen Parteien hätten mit ihrer Zustimmung ein wichtiges Statement über die Bedeutung dieses Themenbereiches gesetzt.

Administrative Entlastung

Ebenso im Ausschuss behandelt wurde ein Antrag der SPÖ. In diesem forderten die Sozialdemokraten die Landesregierung und die Bildungsdirektion auf, sich beim Bund für Entlastungen in administrativen und bürokratischen Belangen im Bildungsbereich zu sorgen. Ebenso sollte die Reform des Qualitätsmanagements vorübergehend ausgesetzt werden, um die Direktoren in Zeiten der Pandemie nicht zusätzlich zu belasten.
Seitens der schwarz-grünen Koalition wurde eine Ausschussvorlage auf Basis dieses Antrags präsentiert. Darin wird die Landesregierung dazu aufgefordert, sich beim Bund dafür einzusetzen, dass „das Paket zur administrativen Entlastung der Schulen unter Einbindung des AMS auf unbefristete Zeit verlängert und das schulische Unterstützungspersonal (administrativ und psychosozial) bedarfsgerecht aufgestockt wird“. Die Forderung nach einem Aussetzen der Reform des Qualitätsmanagements ist dagegen nicht enthalten. Dies sei nicht sinnvoll, meinte Marte. Die Ausschussvorlage wurde schlussend­lich einstimmig angenommen.

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