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Wechselseitige Gewalt in Beziehung

25.02.2021 • 19:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das ehemalige Liebespaar wurde am Landesgericht Feldkirch verurteilt.    <span class="copyright">Symbolbild Hartinger</span>
Das ehemalige Liebespaar wurde am Landesgericht Feldkirch verurteilt. Symbolbild Hartinger

Er schlug sie in dreijähriger On-off-Beziehung immer wieder und sie ihn.

Wechselseitige Gewalt in einer Liebesbeziehung wurde im Strafantrag der Staatsanwaltschaft Feldkirch angeklagt. Die beiden Angeklagten aus dem Unterland bekannten sich am Donnerstag in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch schuldig. Sie räumten ein, in der dreijährigen On-off-Beziehung immer wieder gegeneinander gewalttätig vorgegangen zu sein. Demnach hat er sie ebenso des Öfteren geschlagen wie sie ihn. Dabei kam es zu Misshandlungen ohne körperliche Blessuren, aber auch zu leichten Körperverletzungen, wie blauen Flecken und Kratzern.
Der 25-jährige Erstangeklagte und die 23-jährige Zweitangeklagte wurden wegen des Vergehens der fortgesetzten Gewaltausübung schuldig gesprochen. Dafür wurde der mit drei Vorstrafen belastete Arbeiter mit dem Nettoeinkommen von 1700 Euro zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von sechs Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 3600 Euro (360 Tagessätze zu je 10 Euro) verurteilt. Die arbeitslose Österreicherin, die eine Vorstrafe hat, kam mit einer Geldstrafe von 1200 Euro (300 Tagessätze zu je 4 Euro) davon.

Nicht rechtskräftig

Das Urteil, das die beiden Angeklagten akzeptierten, ist nicht rechtskräftig, denn Staatsanwalt Heinz Rusch nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Gefängnis gewesen. Die über den Erstangeklagten verhängte kombinierte Strafe entspricht einem Jahr Haft, ihre Geldstrafe fünf Haftmonaten.
Für ihn fiel die Strafe strenger aus, weil er zwei Vorstrafen mehr hat als sie und über ein höheres Einkommen verfügt als seine Ex-Freundin. Bei der nächs­ten Verurteilung müsse er mit zumindest einer teilbedingten Haftstrafe rechnen, warnte Richterin Claudia Hagen den 25-Jährigen nach dessen vierter Verurteilung.

Teilschmerzengeld

Beim jungen Tschetschenen kommen zur Geldstrafe von 3600 Euro auch noch 330 Euro aus einer offenen Vorstrafe hinzu. Zudem hat er seiner ehemaligen Freundin als Teilschmerzengeld 1000 Euro zukommen zu lassen. Die 23-jährige Frau sagte vor Gericht, sie müsse wegen der seelischen Folgen seiner Gewalttätigkeit Psychotherapie in Anspruch nehmen.
Schon vor vier Jahren sind die beiden jungen Unterländer am Landesgericht Feldkirch einmal gemeinsam verurteilt worden. Damals erfolgte der Schuldspruch wegen versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt, weil sie gegen einschreitende Polizisten gewalttätig gewesen sind.