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Erpressungsversuch mit Sexvideo

26.02.2021 • 19:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Per Snapchat hatte der Angeklagte der Jugendlichen geschrieben. <span class="copyright">AFP</span>
Per Snapchat hatte der Angeklagte der Jugendlichen geschrieben. AFP

Unbescholtener 19-Jähriger wurde zu Geldstrafe verurteilt.

Der 19-Jährige hatte Sex mit einer 15-Jährigen. Den Beischlaf hat der junge Erwachsene mit seinem Smartphone gefilmt. Im sozialen Medium Snapchat hat der Dornbirner im August 2020 dem Mädchen nach den gerichtlichen Feststellungen geschrieben, er werde das Sexvideo veröffentlichen, sollte sie sich nicht noch einmal mit ihm treffen.
Der Erpressungsversuch trug dem Angeklagten in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch einen Schuldspruch wegen des Vergehens der versuchten Nötigung ein. Dafür wurde der unbescholtene Lehrling zu einer teilbedingten Geldstrafe von 600 Euro (150 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 300 Euro. Die anderen 300 Euro wurden für eine Probezeit von drei Jahren auf Bewährung bedingt nachgesehen. Das milde Urteil, das der Angeklagte annahm, ist nicht rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe wäre ein Jahr Gefängnis gewesen.

200 Euro nicht bezahlt

Dem Beschuldigten wäre eine Verurteilung und damit eine Vorstrafe erspart geblieben, wenn er das Angebot der Staatsanwaltschaft Feldkirch angenommen hätte. Die Strafverfolgungsbehörde hätte das Strafverfahren eingestellt, wenn der Lehrling der Republik als Diversion eine Geldbuße von 200 Euro bezahlt hätte. Der Beschuldigte hat den Betrag aber nicht einbezahlt. Daraufhin hat die Staatsanwaltschaft Anklage am Landesgericht erhoben.

Vor der Polizei geständig gewesen

Der Angeklagte erklärte die versuchte Erpressung vor Gericht so: Er habe das Mädchen noch einmal treffen wollen, um sie etwas zu fragen. Er habe wissen wollen, ob sie schon beim Sex mit ihm einen Freund gehabt habe. Zudem habe er das Sexvideo in ihrem Beisein löschen wollen. Zu Beginn der Gerichtsverhandlung sagte der Angeklagte, er sei nicht schuldig. Das verstehe sie nicht, merkte dazu Richterin Sabrina Tagwercher an. Denn vor der Polizei sei er noch geständig gewesen. Im Strafprozess behauptete der junge Österreicher türkischer Abstammung, er habe der 15-Jährigen nicht mit der Veröffentlichung des Sexvideos gedroht. Was er ihr auf Snapchat geschrieben habe, würde ihn aber belasten, hielt die Strafrichterin ihm entgegen. Das habe nicht er geschrieben, behauptete der Angeklagte vergeblich.
Zur ersten Verhandlung ist der Angeklagte unentschuldigt nicht erschienen. Nun wurde der 19-Jährige von der Polizei vorgeführt. Die 15-Jährige musste als Zeugin vor Gericht nicht aussagen.

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