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Täter nach 17 Jahren geschnappt

26.02.2021 • 19:34 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/apa</span>
Symbolbild/apa

Brutaler Raubüberfall aus dem Jahr 2003 in Gaißau doch noch aufgeklärt.

Die Vergangenheit hat einen 62-jährigen Oberösterreicher kurz vor Weihnachten des letzten Jahres eingeholt. Der Mann wurde am 22. Dezember in seinem französischen Wohnort südlich des Genfer Sees von Polizeibeamten verhaftet. Er wird verdächtigt, am 19. Juni des Jahres 2003 einen brutalen Raubüberfall auf einen Unternehmer in Gaißau begangen zu haben. DNA-Spuren hatten die Ermittler fast genau 17 Jahre nach der Tat auf die richtige Fährte geführt. Nach der Festnahme wurde der Verdächtige schließlich am 15. Jänner von Frankreich über die Schweiz nach Österreich ausgeliefert. Bei der Vernehmung durch Beamte des Vorarlberger Landeskriminalamtes zeigte sich der Beschuldigte größtenteils geständig. Er sitzt seit 16. Jänner in Untersuchungshaft.

Bündel mit 200-Euro-Scheinen

Der brutale Raub im Jahr 2003 hatte in Vorarlberg für Aufsehen gesorgt. Ein damals 42-jähriger Inhaber einer Verputzerfirma hatte gemeinsam mit einem Bekannten in einer Gaißauer Imbissstube ein Bier getrunken. Als er die Zeche bezahlen wollte, stellte er fest, dass er seine Geldtasche vergessen hatte. Allerdings hatte er auch 3000 Euro an Firmengeldern dabei – ein Bündel mit 15 Stück 200-Euro-Scheinen. Einen davon verwendete er, um die Rechnung zu bezahlen. Ein den Anwesenden unbekannter Lokalgast – der spätere Täter – dürfte dies beobachtet haben. Der Unternehmer verließ das Lokal, und wenig später wurde auch der Unbekannte aufgrund der Sperrstunde nach draußen gebeten. Nachdem er im Gastgarten sein Bier ausgetrunken hatte, wurde er auf den in seinem Pkw sitzenden Firmeninhaber aufmerksam.

Schwer verletzt

Wie es in einer Aussendung der Polizei heißt, entschloss sich der Verdächtige dann spontan zur Tat. Er schlug den Unternehmer erst mit einer vollen Bierflasche gegen den Kopf und prügelte dann noch mit einem Holzbrett sowie einem Kantholz auf den bewusstlosen Geschäftsmann ein. Schluss­endlich schnappte sich der Täter die Beute und flüchtete. Der Lokalbesitzer und ein Gast fanden das schwer verletzte Opfer kurze Zeit später. Der Mann hatte schwere Verletzungen am Kopf und an den Extremitäten erlitten.

“Aktenzeichen XY…ungelöst”

Die Fahndung nach dem Verdächtigen blieb erfolglos, obwohl es sogar ein Foto von ihm gab. Ein Beitrag in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY…ungelöst“ im Oktober 2003 brachte ebenfalls keine entscheidenden Hinweise. Auf seiner Flucht hatte der Täter jedoch persönliche Gegenstände nahe des Tatortes hinterlassen. Auf diesen wurden DNA-Spuren gefunden. Anfang 2020 wurden die Ermittlungen zum „Cold-Case-Fall“ vom Landes- und Bundeskriminalamt noch einmal aufgenommen. Ein Fahndungsblatt wurde aktualisiert und im Juni 2020 mit dem DNA-Profil des Täters an alle europäischen Interpol-Stellen geschickt. Am 25. Juni gab es schließlich die Erfolgsmeldung. Bei Interpol Bern wurde festgestellt, dass das DNA-Profil mit jenem des 62-jährigen Ober­österreichers übereinstimmt. Der polizeibekannte Gesuchte war als Wander- und Gelegenheitsarbeiter, Obdachloser und Bettler in mehreren europäischen Staaten unterwegs. Schlussendlich wurde er Mitte Dezember in Frankreich aufgespürt und verhaftet.

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