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Nachfrage nach Automaten ist hoch

28.02.2021 • 14:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Für Verkaufsautomaten gibt es die unterschiedlichsten Einsatzmöglichkeiten. In der Corona-Krise haben sie deutlich an Beliebtheit gewonnen. <span class="copyright">Bischof Automaten</span>
Für Verkaufsautomaten gibt es die unterschiedlichsten Einsatzmöglichkeiten. In der Corona-Krise haben sie deutlich an Beliebtheit gewonnen. Bischof Automaten

Direktvermarkter setzen auf Verkaufsautomaten von Bischof.

In Zeiten von Lockdowns haben Verkaufsautomaten deutlich an Bedeutung gewonnen. Das teilten kürzlich die Verantwortlichen des deutschen Bundesverbands der Vending-Automatenwirtschaft mit. Vor allem bei Direktvermarktern wie etwa Landwirten oder Metzgern seien die Geräte gefragt. Auch in Vorarlberg ist dieser Trend zu beobachten, wie Bernd Schnetzer vom Hohenemser Unternehmen Bischof Automaten bestätigt.
Das Geschäft habe bereits vor Corona kontinuierlich angezogen. Dadurch seien jährlich zweistellige Umsatzsteigerungen erzielt worden. Vor Ausbruch der Pandemie seien vor allem Messen ein wichtiger Faktor gewesen, um potenzielle Kunden über die angebotenen Produkte zu informieren. Corona-bedingt seien diese Veranstaltungen jedoch allesamt abgesagt worden. „Es gab null Messen und dennoch haben wir unseren Umsatz erneut gesteigert“, berichtet Schnetzer.
Die Pandemie und die damit zusammenhängenden Lockdowns hätten dabei sicherlich die Hauptrolle gespielt. So mancher, der sich zuvor die Anschaffung eines Automaten überlegt hatte, aber vor der Investition zurückgeschreckt sei, habe aufgrund der Pandemie den Schritt dann doch gewagt. Auch beim Hohenemser Unternehmen stammt ein großer Teil der Kunden – etwa 80 Prozent – aus dem Bereich der Direktvermarkter.

Direkt-Regional: Gute Erfahrungen gemacht

Verkaufsautomat im Bludenzer Obdorf hat sich bewährt. Landwirte und Kunden sollen vernetzt werden.

Seit vergangenem November hat Gerhard Eller einen Verkaufsautomaten im Bludenzer Obdorf stehen. Verschiedene Produkte von Landwirten aus der Region können dort erworben werden. Vom Joghurt über verschiedene Käsesorten bis hin zu Fleischlaibchen sind erhältlich.

Eller ist Betreiber der Online-Plattform Direkt-Regional. Diese besteht seit 2018 und soll Direktvermarkter mit ihren Kunden verbinden. Zentrale Schaltstelle ist eine App, die sowohl für iPhones als auch Android-Smartphones erhältlich ist und auf die auch über eine Webseite zugegriffen werden kann. Dort haben Landwirte und andere regionale Lebensmittelproduzenten die Möglichkeit, ihr Produkt­sortiment vorzustellen. Konsumenten können auf diese Weise herausfinden, wo es in ihrer Umgebung die gewünschten Produkte zu kaufen gibt.

Fächer mieten. Im vergangenen Jahr hat sich Eller dazu entschlossen, das Angebot von Direkt-Regional weiter auszubauen. So wurde etwa eine Bestellmöglichkeit eingeführt. Und im November wurde der Verkaufsautomat in Betrieb genommen. Interessierte Direktvermarkter haben seitdem die Möglichkeit, Fächer in dem Gerät zu mieten und dort ihre Produkte zu verkaufen. Sie legen die Preise selbst fest und sind auch für die regelmäßige Befüllung zuständig. Konsumenten können in der App oder auf der Webseite nachschauen, welche Produkte es im Automaten gibt und wie der aktuelle Füllstand ist.

„Wir haben in den vergangenen Monaten sehr gute Erfahrungen gemacht“, erzählt Eller. Die Befüllung durch die Landwirte funktioniere. Zudem gebe es positive Resonanz von allen Seiten. Das Ziel, Produzenten und Konsumenten zusammenzubringen, werde auch über den Automaten erreicht. Schließlich hätten die Landwirte auf diese Weise die Möglichkeit, ihre Waren auch in der Stadt anzubieten, selbst wenn ihre Höfe etwa in Dünserberg oder Bürserberg liegen. So mancher Kunde werde dadurch vielleicht dazu animiert, auch andere Produkte beim Bauern direkt ab Hof zu kaufen.

Obwohl der Schwerpunkt auf der Ausgabe von Waren und Lebensmitteln liegt, kommen die Automaten von Bischof auch noch in anderen Bereichen zum Einsatz. So werden diese in manchen Unternehmen zur Ausgabe von Werkzeug genutzt. In Salzburg wurde in Zusammenarbeit mit einer Apotheke ein Automat eingerichtet, um auch rezeptpflichtige Medikamente ausgeben zu können. Davon profitieren beispielsweise Pendler, die es untertags nicht in die Apotheke schaffen. Sie können die Produkte rund um die Uhr am Automaten abholen. Zu diesem Zweck wurde eine eigene App kreiert, über die das Rezept übermittelt werden kann. Die Apothekenmitarbeiter platzieren das Medikament dann in einem Schließfach-Automaten von Bischof. Zugleich wird ein QR-Code an den Kunden übermittelt. Mit diesem kann er dann am Automat seine Bestellung abholen und das Rezept abgeben.

Der Schwerpunkt der Firma liegt auf Ausgaben von Waren und Lebensmitteln. <span class="copyright">Bischof Automaten (4)</span>
Der Schwerpunkt der Firma liegt auf Ausgaben von Waren und Lebensmitteln. Bischof Automaten (4)

Für viele Kunden ist es ein Hauptargument für die Anschaffung eines Automaten, dass dieser 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche betrieben werden kann. „Dazu brauchen sie wenig Pflege und Wartung“, ergänzt Schnetzer. Gerade für landwirtschaftliche Direktvermarkter seien die Automaten eine Entlastung. Schließlich ergebe sich dadurch die Möglichkeit, die Öffnungszeiten im Hofladen zu reduzieren und dennoch rund um die Uhr Produkte zum Kauf anzubieten.

Flexibilität in Sachen Ausstattung

Etwa 10.000 bis 11.000 Euro kos­tet die Anschaffung eines Automaten in der Basisversion mit Kühlung und Münzwechsler. Dazu kann je nach individuellen Bedürfnissen und Wünschen zusätzliche Ausstattung geordert werden. Diese reicht von der Bezahlfunktion mit Bankomatkarte, über einen Touchscreen bis hin zur Telemetrie, mit der zahlreiche Daten wie etwa der Füllstand aus der Entfernung abgefragt werden können. Diese Flexibilität ist es auch, warum Schnetzer davon überzeugt ist, dass Verkaufsautomaten weiterhin stark nachgefragt sein werden: „Es ergeben sich immer wieder neue Einsatzmöglichkeiten.“

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